Alkaloide.
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Das Pseudaconitin wird in den Bikhknollen nach Groves 1 ) voneinem amorphen Alkaloid begleitet, welches Groves anfänglich fürAconitin hielt und welches leicht von dem anderen Alkaloid mittelstAether getrennt werden kann, weil es sich darin sehr leicht löst. NachHübschmann löst sich das Pseudaconitin erst in lOOThln. siedendenAethers und 230 Thln. Chloroform. Diese Lösungen hinterlassen dasAlkaloid beim Verdampfen in Krystallen. Von Wasser bedarf es bei100° nur 20 Thle. zur Lösung und ist daher weit leichter löslich darinals das Aconitin.
Verschieden von Aconitin und Pseudaconitin ist das Atisin, wel-ches Broughton in Acon. heterophyllmn auffand.
Caffein, CsIIio^Oä, war in grossen Mengen und in verschie-denen Stadien seiner Reinheit ausgestellt. Namentlich wetteifertenhierin die Firmen Witte (Rostock), Tromsdorff (Erfurt) undT. und H. Smith (Edinburg).
A. Strecker 3 ) hatte gezeigt, dass das Caffein durch Einwirkungvon Barythydrat hauptsächlich in Caffei'din und Kohlensäure zerlegtwerde:
C s H 10 N 4 O 2 -j- H 2 0 = C 7 H ]2 N 4 0 C0 2 .
Ausserdem bildeten sich noch in geringen Mengen Methylamin,Ammoniak und einige andere nicht näher untersuchte Substanzen,unter welchen letzteren 0. Schultzen 3 ) einen krystallinischen Körpervon der Zusammensetzung C 3 H 7 N 0 3 entdeckte, der, wie später Rosen-garten uud Strecker 4 ) zeigten, Sarkosin ist.
Ferner hat A. Strecker das Caffein künstlich aus dem Theobromingewonnen, indem er Theobrominsilber mit Jodmethyl auf 100° erhitzte,wobei Jodsilber abgeschieden und andererseits Methyltheobromin oderCaffein gebildet wurde.
Das Caffein findet zum Theil als solches, zum Theil als sogenanntesCitrat Verwendung. Letzteres ist nichts weiter als das aus Citronen-säurelösung krystallisirte Alkaloid.
An diese Alkaloide reihen sich noch einige Substanzen an, welcheentweder als Zersetzungsproducte gewisser stickstoffhaltiger Substanzendes Thierkörpers schon längst bekannt sind oder wenigstens zu den-selben in naher Beziehung stehen. Von diesen Substanzen hat dasBetain dadurch ein erhöhtes Interesse gewonnen, als es in, naherBeziehung zu dem Zuckergehalt der Rüben zu stehen scheint.
Das Betain wurde 1866 von C. Scheibler 5 6 ) entdeckt. Zur Dar-stellung dieses Pflanzenstoffes wurde wie früher von Husemann und
4 ) Groves, Pharmaceutisches Journ. and Transact. No. v. 1870, S. 434.3 ) Strecker, Ann. Chem. Pharm. CXXIII, 360. 3 ) Schultzen, Ztschr.
f. Chem. 1867, 614. 4 ) Strecker, Ann. Chem. Pharm. CLYII, 1.
6 ) Scheibler, Ztschr. f. Chem. 1866, 278 und Ber. chem. Ges. III, 155.