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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Alkaloide.

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anderen Opiumbasen dadurch aus, dass es sich, mit concentrirter Salpeter-säure beleuchtet, stahlgrün färbt. Mit Eisenchlorid aber färbt es sich,wie das vorige, dunkelgrün. Mit Ausnahme des Jodhydrats konntenkeine krystallisirbarcn Salze des Codamins erhalten werden.

Laudanosin, C21H27NO4, 1871 entdeckt, löst sich leicht inAetherund Alkohol und krystallisirt aus kochendem Benzin in blendend weissenkleinen Prismen, welche sich, wie an einer von Jobst ausgestelltenProbe zu sehen war, am Lichte allmälig gelb färben.

Es scheint sich zum Laudanin zu verhalten wie das Codein zumMorphin und wäre deshalb vielleicht als Methyllaudanin zu betrachten.

Ilydrocotarnin, C12H45NO3 + V2 H 2 0 , ebenfalls 1871 entdeckt,löst sich leicht in Aether, schmilzt bei 50 ° und zersetzt sich bei 100 °,dabei weisse, nach Carbolsäure riechende Dämpfe entwickelnd. Es bildetmit Säuren zum Th eil gut krystallisirende Salze, wovon das Chlorhydrat,Ci2 II15 NO3 -j- P/jHjO, in langen dünnen Nadeln, das Jodhydrat,C 12 IIi5 N 0 ; j, HJ, in kürzeren glänzenden Prismen krystallisirt.

Es bewirkt Tetanus und gehört, wie F. A. Falck 1 ) gefunden hat,zu den stärker wirkenden Giften, steht jedoch darin dem Thebain nach.

Lanthopin, 1870 aufgefunden, hat die Formel C23H25NO5 undliefert mit Säuren Verbindungen, welche sich aus ihren Lösungenmeist gallertartig abscheiden. Das Chlorhydrat krystallisirt in weissen,dem Narcein ähnlichen zarten Nadeln von der ZusammensetzungC23H25NO5, HCl + 6 H 2 0 . Das Lanthopin löst sich leicht in Kali-lauge und wird hieraus nach Art des Morphins durch Salmiak gefällt.

Mekonidin, C21H23NO4, von Merck schon früher an seiner Far-benreaction bemerkt, jedoch 1870 vom Verfasser in Substanz und reindargestellt, ist weiss amorph, färbt sich aber am Lichte sehr bald gelb.Mit Essigsäure giebt es farblose Lösungen, desgleichen auch in der Kältemit Salzsäure oder verdünnter Schwefelsäure, doch färben sich dieletzteren Lösungen sehr bald purpurroth, namentlich beim Kochen, wobeidie Base in eine andere leicht veränderliche Substanz übergeht.

Verwandt mit Mekonidin ist das Rhöadin 2 ), welches sich inallen T heilen von Papaver Mhöas vorfindet und das nach der FormelC 2 iH 21 N 06 zusammengesetzt ist. Es krystallisirt aus kochendem Alkoholin kleinen weissen Nadeln, welche sich sehr schwer in Alkohol und inAether lösen. Zu verdünnter Schwefelsäure verhält sich das Rhöadin

x ) Falck, Toxicologisclie Studien über das Hydrocotarnin. Inaugural-Dissert. Marburg 1872. 2 ) Hesse, Ann. Cliem. Pharm. Suppl. IV, 50,

CXL, 145 und CXLIX, 35.