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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

bezüglich der Farbenreaction zwar gleich wie das Mekouidin, allein eswird hierbei der Hauptsache nach (bis 99 p. C.) in das isomere Rhöageninverwandelt. Letzteres Alkaloid bildet mit Säuren meist hübsch kry-stallisirende Salze. Das Rhöadin zeigte sich völlig unwirksam auf denThierkörper. Diese Thatsache scheint beachtenswert]! zu sein, indemsich bekanntlich der Papav. Rhöas sehr häufig unter Getreide vorfindet,namentlich aber unter Klee und anderen Futterge wachsen.

Chinaalkaloide. Es wurde mehrfach behauptet, dass die China-alkaloide bezüglich ihres Vorkommens auf die echten Chinarinden be-schränkt seien, doch hat Verfasser 1 ) gezeigt, dass die von Jobst aus-gestellte China cuprea, obgleich zu den falschen Chinarinden gehörend,doch Chinin und andere Chinaalkaloide enthalte und zwar von demersteren Alkaloid solche Mengen, dass sich diese Rinde sogar vortheilhaftzur Chininfabrikation eignet. Wie an einem anderen Orte (s. d. Ber. II,491) gezeigt wurde, so hat im Allgemeinen der Chiningehalt der China-rinden abgenommen, während andere weniger werthvolle Chinabasenrelativ an Quantität zugenommen haben. Dieses Missverhältniss hatgleichwohl die übliche Darstellungsart dieser Basen nicht merklichalterirt, es gab sich aber im Preise des Chinins kund, der in Folge diesesgeringeren Chiningehalts im Rohmaterial beträchtlich gestiegen ist.

Die Chininfabrikation wurde vor wenigen Jahren vorzugsweise inFrankreich, England und namentlich in Deutschland betrieben. In-zwischen wurde auf einem englischen Meeting gerühmt, dass in Nord-amerika die Chininfabrikation so weit gekräftigt sei, um den eigenenBedarf zu decken. Dieser Fortschritt darf jedoch nicht überraschen,wenn man berücksichtigen will, dass jene Staaten nach einem furcht-baren Bürgerkriege von einer Schutzzollmauer umgeben wurden, wo-durch jede solide Concurrenz des Auslandes wenigstens auf diesemGebiete der Industrie ausgeschlossen ist. Dafür erfreut sich aber dortder Patient nicht selten um verhältnissmässig mehr Geld der Wirkungeines weniger reinen Products, z. B. eines Chinins, das Salicin enthält,anderes, das wieder mit Jodkalium krystallinische Salze giebt und daherConchinin oder vielleicht Cinchonin enthalten mag.

Chinin und Salze desselben waren von mehreren Seiten ausgestellt;neu war das Chinin eugenic., C 30 IJ 3 4 N 0 2 , Ci 0 PI 12 0 2 , das Chinin sulfur.biacid., C 20 H 24 N 2 O 2 , 2 II 2 SO 4 -j- 7 1I 3 0, und namentlich interessant dasschön krystallisirte Chininhydrat, C 2 o H 2 4 N 3 0 2 + 3 II 2 0, sämmtlichvon Jobst ausgestellt und vom Verfasser 2 ) untersucht.

C. Zimmer brachte das Dihydroxylchinin, C 20 H 26 N 2 O 4 -j- 4H 2 0,welches G. Kerner 3 ) aus dem Chinin mittelst übermangansauren Ka-

Hesse, Ber. chem. Ges. IV, 818. 2 ) Hesse, Ann. Cliem. Pharm.

CXXXV, 829 und CLXVI, 219. 3 ) Kerner, Ztsclir. Cliem. 1869, 593.