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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

heiten des Weines durch mikroskopische pflanzliche Organismen hervor-gerufen werden, Parent 1 ) unter Mitwirkung von Nodot eine ein-gehende Untersuchung angestellt. Er gelangt zu dem Resultat, dassTannin die Vermehrung der pflanzlichen Organismen hemmt. Parenterklärt die aus der Traube gewonnene Gerbsäure für die geeignetste,da z. B. Gallusgerbsäure dem Wein einen unangenehmen Beigeschmackverleihe. Die Anwendung von Gerbsäure macht, wie er ferner angiebt,dasPasteurisiren (Erhitzen des Weines auf 60°) oder Alkoholzusatzvöllig überflüssig. Parent erklärt, mittelst seiner Methode nicht nurden Wein ganz klar und haltbar und zu den weitesten Trans-porten fähig, sondern auch kranken Wein wieder brauchbar machenzu können.

Zur Bereitung guter Tinte werden fast stets angewandt aleppischeund chinesische Galläpfel, seltener Knoppern, Eichenholz, Sumach, Ca-techu, Tormentillwurzel, Bahlah, Dividivi, Kinogummi.

Der die Tinte bildende schwarzblaue Niederschlag ist gerbsauresEisenoxyduloxyd und kann erzeugt werden einerseits in Eisenoxyd-lösungen , indem ein Theil des Oxyds durch die Gerbsäure zu Oxydulreducirt wird; am besten indess, indem ein Gemisch der Gerbstofflösungmit der Lösung eines Eisenoxydulsalzes, welches in concentrirter Lösungfür sich einen weissen Niederschlag hervorbringt, der oxydirenden Wir-kung der Luft ausgesetzt wird; allmälig setzt sich das schwarzblauegerbsaure Eisenoxyduloxyd ab. Gallussäure, der gewöhnliche Beglei-ter der Gerbsäure in den Galläpfeln, verhält sich gegen Eisensalze inganz derselben Weise. Zum Verdunkeln der Farbe der Tinte wirdvielfach noch der Zusatz eines anderen Farbstoffes, eines Blauholzaus-zuges (Blauholz - Galläpfeltinte) oder einer Indigolösung (Alizarin-Tinte) gemacht. Der Zusatz von arabischem oder Senegalgummi oderDextrinsyrup bezweckt die Suspendirung des Eisenniederschlages.

C. H. Viedt 2 ) hat in einer ausführlichen Arbeit über die Her-stellung von Tinten auch die geeignetsten Verhältnisse zur Berei-tung guter Gerbsäuretinten gegeben (vergl. den Artikel dieses WerksTinten).

In der Färberei finden die Gerbsäuren und vor Allem das Tanninvielfache Verwendung auf Grund ihrer Eigenschaft, sowohl mit derpflanzlichen und thierischen Faser, als auch mit Farbstoffen bestän-dige mechanische Verbindungen einzugehen. Die meisten pflanzlichenPigmente sind nur vermittelst Beizen zum Färben verwendbar. Diezu färbenden Zeuge werden zuerst mit der Beize versehen und erstnach Befestigung derselben in die Farbstofflösung gebracht. Die

J ) Parent, Ding], pol. J. CCI, 376. 2 ) Viedt, Dingl. pol. J. CCXVI,

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