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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Organische Säuren. 453

denen Methoden, die nach den im Wesentlichen übereinstimmendenvergleichenden Versuchen von Fr. Gau he 1 ), Hallwachs 2 ), C.O.Cech 3 )und Anderen mehr oder weniger brauchbar sind, möge in Kurzemfolgen.

Persozs 4 ) ursprüngliches Verfahren, nach welchem die ver-dünnte Gerbsäurelösung durch eine mit Salmiak versetzte Zinnchlorür-lösung gefällt und das Volumen des Niederschlags von Zinnoxydul-tannat nach 10- bis 12 ständiger Ruhe in einem graduirten Cylindergemessen wird, wurde* von Risler-Beunat 5 ) dahin modificirt, dasser den Niederschlag durch Glühen mit salpetersaurem Ammon in Zinn-oxyd überführt und dies gewichtsanalytisch bestimmt.

Das zuerst von Fehling 6 ) angegebene Verfahren besteht in derFällung der Gerbsäure durch eine titrirte Leimlösung, welche man solange zufliessen lässt, bis keine Trübung mehr erfolgt. G. Müller 7 )verbessserte es später durch Zusatz von Alaun zur Leimlösung, wo-durch sich der Niederschlag besser absetzt. F. Schulze 8 ) empfiehlt,sowohl die titrirte Leimlösung, als auch den Gerbstoffauszug mit Sal- miak zu sättigen, um das Absetzen des Niederschlags zu befördern.

Die ursprünglich von Monier 9 ) empfohlene Methode, welche aufder Oxydation der Gerbsäure durch titrirte Chamäleonlösung bis zurbleibenden Rothfärbung beruht, ist durch die Verbesserungen vonLöwenthal 10 ) und später C. Neubauer 11 ) zu einer der genauestengestaltet worden. Löwenthal führte als Indicator der Endreactioneine Indigolösung ein, auf Grund der Thatsache, dass Gerbsäure undIndigolösung stets gleichzeitig durch Chamäleon oxydirt werden unddass mit der letzten Spur des letzteren auch die letzte Spur der ersterenverschwindet. C. Neubauer schlägt mit Rücksicht darauf, dass durchdie Chamäleonlösung auch die in den meisten Gerbstofflösungen vor-handene Pectinsäure (J. Löwe) oxydirt wird und also die Resultate etwaszu hoch ausfallen, folgende Modification vor: Eine Probe der Gerbstoff-lösung wird direct nach Löwenthal bestimmt, eine zweite Probe wirdmit Thierkohle behandelt, wodurch die Gerbsäure (und auch Gallussäure),

!) Gaulle, Fresen. Zeitschr. f. anal. Chem. 1864, 122. 2 ) Hallwachs,

Dingl. pol. J. OLXXX, 53. 3 ) Cech, Diss. Heidelberg 1867; vergl. Gün-

ther, Kuss. Zeitschr. Pharm. IX, 161, 194, 225; Büchner, Dingl. pol.J. OLXXXIY, 250, 330; Braun, Zeitschr. f. anal. Chem. 1868, 130. 4 ) Per-soz, Traitö de lfimpression des tissus I, 284. 5 ) Eisler - B eunat,

Zeitschr. f. anal. Chem. 1863, 287. e ) Fehling, Dingl. pol. J. CXXX, 53.

r ) Müller, Dingl. pol. J. CLI, 69. 8 ) Schulze, Dingl. pol. J. CLXXXII,

182; ferner Vogel, Hlustr. Gewerbebl. 1867, Nr. 1. 9 ) Monier, Compt.

rend. XLYI, 577. 10 ) Löwenthal, J. pr. Chem. LXXXI, 150. n ) Neu-

bauer, Zeitschr. f. anal. Chem. 1871, 1; vergl. Merrick, Amer. ChemistIII, 324; IY, 15, 202; Escourt Chem. News XXIX, 109; Procter,ibid. XXX, 51.