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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

nicht aber die Pectinsäure, der Lösung vollständig entzogen wird, dannfiltrirt und ebenfalls bestimmt; die Differenz beider Bestimmungenergiebt den Gerbsäuregebalt.

H. Fleck 1 ) gründete eine Methode der Gerbsäurebestimmung aufdie Thatsacbe, dass Gerbsäure und Gallussäure durch essigsaures Kupfer-oxyd gefällt werden; das gallussaure Kupfer löst sieb in koblensauremAmmoniak, das gerbsaure nicht; den Kupferüberschuss bestimmt er maass-analytisch durch Titriren mit Cyankalium. Sackur und Wolff 2 ) be-stimmen das Kupfer im abfiltrirten Niederschlag gewichtsanalytischals Kupferoxyd 3 ).

Handtkes 4 ) Methode besteht in dem vorsichtigen Zusetzen einermit essigsaurem Natron und freier Essigsäure versetzten titrirten Lö-sung von essigsaurem Eisenoxyd zu der verdünnten Gerbsäurelösung,bis die blauschwarze Flüssigkeit klar wird und der Niederschlag sichabsetzt.

Nach Hammers 5 ) empfehlenswerthem Vorschlag wird das Vo-lumgewicht der Gerbstofllösung durch ein Aräometer oder Pykno-meter bestimmt, sodann die Gerbsäure durch trocknes Hautpulver aus-gefällt, wobei die Gallussäure in Lösung bleibt, und nach dem Filtrirenwird dann nochmals das Volumgewicht bestimmt. Die Differenz beiderBestimmungen ergiebt nach einer von Hammer entworfenen Tabelleden Gehalt der Lösung an Gerbsäure.

Auf demselben Princip beruht die kürzlich vonMüntz undRams-pacher 6 ) angegebene Modification.

Nach Gerland 7 ) wird die Gerbsäure durch eine mit Salmiak ver-setzte titrirte Brechweinsteinlösung als gerbsaures Antimonoxyd gefällt;das Aufhören der Fällung bezeichnet das Ende der Reaction.

R. Wildensteins 8 ) colorimetrischeProbe besteht darin, dassmitcitronensaurem Eisenoxyd imprägnirte Papierstreifen in die Gerbsäure-lösung getaucht werden; der Grad der Schwärzung des Papiers bezeich-net nach Maassgabe einer colorimetrischen Scala den Gerbsäuregehalt.

Mittenz weys 9 ) Methode basirt auf der Eigenschaft der Gerb-säure, in alkalischer Lösung ein bestimmtes Volum Sauerstoff aus derLuft zu absorbiren; bei Gegenwart erheblicher Mengen von Gallussäure,welche den Sauerstoff bedeutend rascher absorbirt als die Gerbsäure,

*) Pieck, Wagn. Jahresber. 1860, 531. 2 ) Sackur und Wolff,

Wagn. Jahresber. 1861, 624; vergl. Watts, Pharm. J. Trans. VIII, 515;X, 223. 3 ) Pavesi und Rotondi, Ber. ehern. Ges. 1874, 590; Gazz.

cliim. ital. 1874, 194. 4 ) Handtke, J. pr. Chem. LXXXII, 345. 6 ) Ham-mer, J. pr. Chem. LXXXI, 159. 6 ) Müntz und Eamspaclier, Compt.

rend. CXXIX, 380; Ber. chem. Ges. 1874, 1540. 7 ) Gerland, Chem.

News VIII, 54; vergl. Koller, Zeitschr. f. anal. Chem. 1866, 235. 8 ) Wil-

denstein, Zeitschr. f. anal. Chem. 1863, 137; vergl. Vogel, Deutscheillustr. Gewerbeztg. 1865, Nr. 49. 9 ) Mittenzwey, J. pr. Chem. XCI, 81.