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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Organische Säuren.

Purpurins mittelst Salpetersäure (Schunck), ferner als Nebenproductbei Darstellung der Anthracbinonsulfosäuren (Weith und Bindsched-

C H*

ler), schliesslich durch Oxydation der Ortliotoluylsäure C 6 qq jji

mittelst Kaliumpermanganats (Weith).

Für die Bereitung der Phtalsäure in grösserem Maassstabe bildetausschliesslich das Naphtalin den Ausgangspunkt. Ein Verfahren zurDarstellung der Phtalsäure im Grossen wurde angegeben von P. und E.Depouilly *), welche sie zur Bereitung von Benzoesäure (vergl. Ber. II,S. 432) anwandten. Naphtalin wird zunächst durch Behandlung mitKaliumehlorat und Salzsäure in der Kälte in ein Gemenge von Chlor-additions- und Substitutionsproducten verwandelt, letztere werden imWasserbad mit Salpetersäure versetzt und dem Gemenge von Oxydations-producten die Phtalsäure durch Wasser entzogen.

Nach neueren Versuchen H.IIrn. Lossen i) 2 ) und Vohl 3 ) lässt sichbei Einhaltung der geeigneten Verhältnisse auch die Darstellung derPhtalsäure durch directe Oxydation des Naphtalins mittelst Mangan-superoxyd und Schwefelsäure oder besser mittelst Kaliumbichromat undSchwefelsäure mit gutem Erfolg ausführen. (Ueber die Details dieserVersuche vergl. d. Ber. II, 433.

Das Aufblühen der Industrie der Phtalsäurefarbstoffe macht mehrund mehr das Bedürfniss einer ebenso einfachen als wohlfeilen Be-reitungsmethode der Phtalsäure geltend. Die nach dieser Richtunggewonnenen neueren Erfahrungen der Technik entziehen sich indesszur Zeit noch der allgemeinen Kenntniss.

Die Untersuchungen Baeyers und seiner Mitarbeiter 4 ) habenergeben, dass die Phenole mit Phtalsäure und anderen mehrbasischenSäuren, sowie auch mit Aldehyden, z. B. Bittermandelöl, sich unterWasseraustritt verbinden, wenn das Gemisch entweder für sich alleinoder unter Zusatz von Glycerin oder Schwefelsäure erhitzt wird.

Die Phtalsäure wirkt in zwei verschiedenen Verhältnissen auf Phe-

nole ein, indem sich entweder 1 Mol. Phtalsäure mit 2 Mol. desPhenols zu einem sogenannten Phtalei'n, oder mit 1 Mol. des Phenolszu einem Oxyanthrachinon verbindet; und zwar entstehen bei niedererTemperatur vorzugsweise Phtalei'ne, bei höherer Anthrachinone. DieBildung dieser Körper lässt sich durch folgende Gleichungen ver-anschaulichen :

i) P. lind E. Depouilly, Bull. soc. chim. IV, 10; Ann. Cliem. Pharm.CXXXVII, 373. 2 ) Lossen, Ann. Cliem. Pliarm. CXLIV, 71. s ) Yolil,

Dingl. pol. J. CLXXXVI, 338. 4 ) Baeyer, Ber. cliem. Ges. IV, 457, 555,

658; Grimm, Ber. cliem. Ges. VI, 506; Baeyer und Caro, ibid. VII,

968; Fischer, ibid. VII, 1211; Baeyer, ibid. VIII, 146; Baeyer undCaro. ibid. VIII. 152.