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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

sauren und ätzenden Alkalien sich lösen, sondern in der Lösung aucheine beträchtliche Menge Oxalsäure als Kaliumoxalat vorhanden sei.

Das erhaltene Natriumoxalat wird in kochendem Wasser gelöst unddie Flüssigkeit mit Kalkmilch, etwas mehr als die berechnete MengeKalk enthaltend, einige Stunden hindurch gekocht. Es ist gut, dieFlüssigkeit ziemlich verdünnt anzuwenden, da sonst die Umsetzunglangsam vor sich geht. Wenn die Umwandelung vollendet ist und einefiltrirte Probe die Oxalsäurereaction nicht mehr zeigt, so zieht man diekaustische Lauge ab, wäscht den Niederschlag mit heissem Wasser ausund filtrirt.

Zur nun folgenden Zersetzung des Calciumoxalats mit Schwefel-säure ist ein Ueberschuss der letzteren Säure erforderlich. Wie Hr.Chandelon 1 ) schon angegeben hat, sind auf 1 Mol. Oxalat 3 Mol.Schwefelsäure erforderlich. Das Salz wird mit Wasser zu einem dünnenBrei angerührt und die nöthige Menge Schwefelsäure von 15 bis 20° B.unter Umrühren zugesetzt. Man erhitzt nach Zusatz von Wasser nocheinige Stunden und filtrirt dann vom Calciumsulfat ab. Die Lösung,welche neben Oxalsäure auch Schwefelsäure und Gyps enthält, wird auf15° B. concentrirt. Es scheidet sich dann beim Stehen der Gypskrystallisirt aus. Nach Entfernung desselben concentrirt man weiterbis auf 30° B. Beim Erkalten scheidet sich dann die Oxalsäure in lan-gen Krystallen aus, die durch Umkrystallisiren gereinigt werden. DieSchwefelsäure lässt sich wieder verwenden.

Die alkalischen Laugen werden natürlich zwfeckmässig wieder indie Fabrikation eingeführt. Wenn man dieselben direct eindampft undcalcinirt, so wird trotz hoher Temperatur die organische Substanz nichtvollständig zerstört. Man verfährt nach Hrn. T h o r n besser so, dassman die Laugen auf 40° B. eindampft, alsdann mit so viel Sägemehlmischt, dass alle Lauge eingesaugt wird, und diese Masse in dünnerLage calcinirt, bis die mit warmem Wasser erhaltene Lauge nur nochschwach gefärbt ist. Die calcinirte Masse ist ein Gemenge von Kohle,kohlensaurem und kaustischem Alkali, das wegen seiner Porosität leichtauszulaugen ist. Nachdem die Lauge mit Kalk ätzend gemacht undauf 40° B. concentrirt worden ist, gelangt sie wieder in die Fabri-kation.

Neuerdings hat Hr. Dale 2 ) eine kleine Modifieation bei der Oxal-säuredarstellung aus Sägemehl angebracht, welche dazu dienen soll, diemeisten fremden Substanzen aus der Cellulose vor dem Schmelzen fort-zuschaffen. Er erreicht dies, indem er die Sägespäne vorher mit einerheissen wässerigen Lösung von Alkalihydrat behandelt.

Man-hat versucht, an Stelle des Sägemehls andere ähnliche billig

Chandelon, Wagn. Jahresber. 1864, 492. 2 ) Dale, Patent - Speci-

fication 1872, Nro. 2137; Ber. chem. Ges. 1874, 192.