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Organische Säuren.
zendes Alkali, als zu oxydirende Substanz Sagemehl angewendet werde 1 ).Diese Bildung von Oxalsäure durch Schmelzen von Sägespänen, Baum-wolle, Zucker, Stärke, Gummi, Weinsäure und anderen organischen Säu-ren mit Kaliumhydrat war schon 1829 von Gay-Lussac entdeckt wor-den. In grossem Maassstabe ward die Reaction zuerst von den HH.Roberts, Dale & Co. im Jahre 1857 ausgeführt.
Heute wird ausschliesslich nach dieser Methode verfahren. Man hatversucht das Aetzkali durch Aetznatron zu ersetzen, aber schon frühhat Hr. Possoz 2 ) gezeigt, dass diese Substitution nur zum Theil zu-träglich ist. Das Verhältniss von Kaliumhydrat zu Natriumhydrat,welches günstige Resultate liefern soll, wird sehr verschieden ange-geben. In der Fabrik von Roberts, Dale & Co. in Warringtonwurde, wie Hr. Fleck berichtet 3 * ), ein Gemenge von 1 1 / i Gewichts-thln. KHO und 1 Gewichtsthl. Na HO angewendet; nach einer An-gabe von Ilrn. Chandelon *) wird 1 Molecul KHO auf 2 MoleculNa HO (ungefähr 1 Gewichtsthl. KHO auf 1 1 j i Gewichtsthle. Na HO)genommen. In der Kunheim’schen Fabrik zu Berlin war ein Ge-menge von gleichen Moleculen KHO und Na HO gebräuchlich. Spä-ter hat man, wenigstens in Deutschland, es vortheilhafter gefunden,zur Schmelze mit reinem Kaliumhydrat allein zurückzukehren. Sowird jetzt in der Kunheim’schen Fabrik, welche jährlich etwa4000 Ctr. Oxalsäure und 600 bis 800 Ctr. Kleesalz darstellt, ver-fahren 5 ).
Vor Kurzem hat Hr. William Thorn 6 ) eine im Laboratoriumdes Stuttgarter Polytechnikums ausgeführte sehr eingehende Unter-suchung über die Gewinnung von Oxalsäure aus Sägespänen, aus Kleieund aus Lignose veröffentlicht, deren wichtige Thatsachen hier einenPlatz finden mögen.
Hr. Thorn hat die Gesammtmenge der Sägespäne in eisernenGefässen in siedende, 30 bis 42° B. starke Lauge eingetragen und dannüber freiem Feuer unter beständigem Umrühren erhitzt. Bei Anwen-dung einer concentrirten, 42° B. starken Lange wird dieselbe von demHolz aufgesaugt und das lästige Umherschleudern der Masse dadurchverhindert. Die Schmelze wurde nicht nur mit wechselnden Mengender Alkalien, sondern auch in verschieden dicken Schichten ausgeführt,da Hr. Thorn beobachtet hatte, dass die Ausbeute an Säure auch vondem Erhitzen in dickerer oder dünnerer (1 bis 1 1 j i cm hoher) Schichtabhängig sei.
A. W. Hofmann, in „Reports of the Juries“, Ijondon 1862, S. 109.
2 ) Possoz, Wagn. Jahresber. 1858, 119. 3 ) Pieck, Wagn. Jahresber. 1862,
515. i) Cliandelon, Ebendas. 1864, 492. B ) Für diese, sowie für einige
weitere Notizen ist der Berichterstatter Hrn. Dr. H. If unheim zu bestem
Danke verpflichtet. 6 ) Thorn, Dingl. pol. J. OCX, 24; Polyt. Centralbl.
1873, 1427; Wagn. Jahresber. 1873, 428; Monit. scientif. 1874, 99.