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Gruppe III. Chemische Industrie.
Hitze schwieriger zerstörbar ist, als das Kalksalz, somit eine vollständigeZerstörung des Empyreumas ermöglichen würde, hat meines Wissenskeinerlei Eingang in die Praxis gefunden. Diejenigen Holzdestillationen,welche sich mit der Weiterverarbeitung des Holzessigs befassen, nehmenwohl zur Neutralisation gleich Soda an Stelle des Kalks und entfernenden grössten Theil des Empyreumas durch Schmelzen des essigsaurenNatrons. Nach erneutem Auslaugen und Krystallisirenlassen erhaltensie dann ein ziemlich reines essigsaures Salz. An einigen Orten wirdauch die Kalklösung mit Glaubersalz ausgefällt, doch soll die Erspar-nis an Soda durch die Umständlichkeit der Operation reichlich wiederaufgehoben werden.
Für die Gewinnung der Essigsäure zu technischem Gebrauchegenügt es das Kalksalz mittelst Salzsäure zu zersetzen und die freieSäure aus gusseisernen Blasen, deren Wandungen durch Chamotte-beschlag geschützt sind, abzudestilliren. Für die Erzielung reinerEssigsäure geht man aber gewöhnlich von dem Natronsalz aus, dadieses seiner Krystallisationsfähigkeit wegen am leichtesten rein zuerhalten ist. Bis jetzt sind die lebhaften Bemühungen der Praktikeraus der technischen Essigsäure durch oxydirende Agentien das Empy-reuma hinwegzunehmen und direct daraus reine Essigsäure zu erzielenohne Erfolg geblieben, wenigstens ist ein entsprechendes Verfahrennoch nicht in die Oeffentlichkeit gelangt; man ist also noch immer aufdie Zersetzung des essigsauren Natrons mit entsprechenden Mengenconcentrirter Schwefelsäure angewiesen. Für die Gewinnung verdünn-ter Essigsäure bis zu 60 p. C. Gehalt bedarf es einfachen Abdestillirensdes Salzes mit concentrirter Schwefelsäure; handelt es sich um dieDarstellung von Eisessig, so muss das essigsanre Natron zuvor ent-wässert und geschmolzen werden. Diese Operation fordert einige Auf-merksamkeit. Die früher gebräuchlichen tiefen Schmelzgefässe habenoft durch Hineinfallen von nicht entwässertem Salz in die am Bodenbefindlichen geschmolzenen Salzmassen zu ausserordentlich gefährlichenExplosionen geführt. Neuerdings wendet man daher ganz flache Ge-fässe an und erhitzt von oben. Das geschmolzene Salz enthält immergeringe Mengen von theilweiser Zersetzung herrührendes kohlensauresNatron. Dies im Verein mit dem Umstand, dass die zur Zersetzungverwendete Schwefelsäure niemals reines Monohydrat ist, erklärt dieThatsache, dass die resultirende Eisessigsäure noch immer mehrereProcente Wasser enthält. Um diese zu entfernen, bedarf es wieder-holter Rectification, oder auch, wo die klimatischen Verhältnisse es zu-lassen, wiederholten Ausfrierenlassens, indem man das bekannte Ver-halten der Essigsäure bei niederer Temperatur aus Wasser enthalten-der Säure wasserfrei auszukrystallisiren benutzt.
Der schon vor ca. dreissig Jahren von W. L. Melsens gemachteVorschlag, den Eisessig aus dem zweifach essigsauren Kali oder besser