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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Essigsäure. 397

zugleich nach der herrschenden Aussentemperatur richtet. In derverhältnissmässig günstigsten Jahreszeit, Frühjahr und Herbst, wirdetwa ein Cubikmeter guter aufgerollter Buchenspähne 200 bis 250 Liter-procent pro 24 Stunden aufzuarbeiten im Stande sein. Es ist begreiflich,dass je nach den klimatischen Verhältnissen, der Methode desArbeitensetc. etc. diese Zahlen wesentlich modificirt werden können. Aufgabeeiner rationell betriebenen Essigfabrikation wird es immer bleiben,diese Zahlen festzustellen und sich mit dem Betriebe innerhalb dersel-ben zu halten. Was die Grösse der Bilder anlangt, so wird man imAllgemeinen den mehrere Cubikmeter fassenden Bildern den Vorzuggehen.ssen, da sie den Einflüssen der wechselnden Aussentempera-tur weniger unterworfen sind. Dass sie andererseits einen aufmerk-sameren Betrieb fordern und namentlich vor zu grosser Erhitzung imInnern zu bewahren sind, da sich derselben sehr viel schwerer steuernlässt, wird nicht weiter auffallen. Es wird der Satz gelten, dass fürden Grossbetrieb, der mit mechanischen Hilfsmitteln reichlich ausge-stattet ist, grosse Bilder von circa 3 m Höhe und l'5m Breite den Vorzugverdienen, während für die Bedürfnisse einer gewöhnlichen Essigstuhecirca 2 m hohe und lm weite Bilder am bequemsten zu behandeln sind.

Was die Reinheit des Essigguts anlangt, so ist einzusehen, dassmechanische Verunreinigungen schon um deswegen schädlich wirkenmüssen, als sie einen geregelten Zufluss des Essigguts ganz erheblicherschweren. Abgesehen von solchen zufälligen Verunreinigungen, dieaus Unachtsamkeit in das Essiggut gelangen, ist es ganz besondersnoch das mit dem Betriebe verbundene Auftreten der sogenanntenEssigfliegen, welches eine Reinhaltung des Essigguts schwierig macht.Man hat daher darauf zu achten, der Vermehrung dieser Insectenenergisch entgegenzutreten, und erreicht dies am leichtesten durch Ab-haltung des Sonnenlichts und theilweise auch des Tageslichts.

Weiter sind auch Zusätze zu dem zu oxydirenden Alkohol soweitthunlich zu beschränken. Wenn auch die mit zuckerhaltigem Essig-gut hierher gehören Bierwürzen, Malzauszüge etc. betriebenenBilder plötzlich eintretenden Witterungsveränderungen erfahrungsmässigbesser widerstehen, so sind solche Zusätze überall da nicht rathsam, wonicht die Steuergesetzgebung, wie beispielsweise in England, die An-wendung von Alkohol als solchen ganz erheblich belastet. Mit ver-dünntem Alkohol, der seinerseits mit ca. 20 p. C. gewöhnlichen Essig-sprits angesäuert ist, werden die Bilder immer am leichtesten in Ord-nung zu halten sein.

Auch auf die den Alkohol selbst begleitenden Beimengungen istein Augenmerk zu richten. Nach darüber angestellten schon obenangedeuteten Versuchen werden die höheren Homologen des Aethyl-alkohols vom Butylalkohol an nicht oxydirt, wenigstens nicht innachweisbaren Mengen. Man wird also gut thun, vorzugsweise fusel-