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Gruppe III. Chemische Industrie.
steht den Essigfabriken keine constante Zugquelle zur Verfügung.Man ist auf Thon- oder Glasrohr-Schornsteine angewiesen, die bei dengeringsten atmosphärischen Einflüssen zu functioniren aufhören, dadie Temperaturdifferenz, oft auch die Länge der beiden Luftschenkelzu gering ist, um die Heberwirkung, also den Zug, zu erhalten.
Das Quantum zugeführter Luft muss also mit der Quantität auf-gegebenen Essigguts in einem bestimmten Verhältnisse stehen und dadie Menge abhängig ist von der Grösse der Oberfläche, die der Bilderdem Essiggut geben kann, so werden die Oeffnungen, durch welche dieLuft ein- resp. austritt, dem Bilder und natürlich auch der wechselndenTemperatur der äusseren Atmosphäre anzupassen sein. Da die Luft con-tinuirlich zuströmt, so muss auf die möglichst gleichmässige Vertheilungdes Essigguts die grösste Aufmerksamkeit verwendet werden. Man er-reicht dies am besten, wenn der Zufluss etwa dem bei den Gay-Lussac’-chen Cokethürmen gebräuchlichen angepasst wird. Eine sich in der vonmir geleiteten Fabrik sehr bewährende Vorrichtung, die ihrer Hauptsachenach übrigens auch schon von Pfund in der oben citirten Abhand-lung angegeben wird, ist folgende: Das Reservoir, welches das Essig-
gut für 24 Stunden aufnimmt, speist durch ein mit Kautschukschlauchund stellbarer Klemme versehenes Glasrohr ein sogenanntes Heber-fässchen, dessen Ausfluss intermittirend ein Segner’sches Wasserradin Bewegung setzt. Dieses verbreitet aus zahlreichen Oeffnungen dasEssiggut über einen durchlochten Boden, der auf seiner dem Innerndes Bilders zugekehrten Seite nach unten stehende Holzstifte trägt.Man erzielt mit dieser Vorrichtung eine ausserordentlich regelmässigeVertheilung, welche es ermöglicht, sehr bald die Maximalleistung einesBilders zu bestimmen.
Das Quantum des aufzugebenden Essigguts richtet sich unter Vor-aussetzung im Uebrigen gleichbleibender Verhältnisse nach dem Cubik-raum, den das Füllmaterial einnimmt, und dessen vertheilender Ober-fläche, sowie nach der Stärke des Essigguts. Es ist nämlich durchausnicht gleichgiltig, welchen Procentgehalt an Essigsäure man erzielenwill. Da ein Gehalt von 10 p. C. ungefähr die erreichbare Maximal-grenze vorstellt, und andererseits mit Vortheil nicht schwächer als mitetwa Sprocentigem Essig gearbeitet werden kann, so darf man annehmen,dass circa 6 bis 8 p. 0. am leichtesten erzielt werden, stärkerer Essig aberimmer nur durch relativ langsameres Arbeiten oder aber mit grösserenVerlusten an Alkohol zu erhalten ist. Hierbei ist zu berücksichtigendass, soll der durch die Verdunstung herbeigeführte unvermeidlicheVerlust nicht die Vortheile eines stärkeren Betriebes aufwägen, es vor-theilhaft ist, die Temperatur im Innern des Bilders nicht über ein ge-wisses Maximum steigen zu lassen. Dieses liegt in den Bildern mitfallender Luft etwa bei 36 bis 40° C. Es ergiebt sich aus dem Gesag-ten der einfache Satz, dass die Maximalleistung eines Bilders sich