Gewichte nach von O'l bis 0‘18 p. C. Durch das Spunden ist man imStande, das 7- bis 8fache Volumen Kohlensäure in das Bier hinein-zupressen. Um dem Biere die nöthige Kohlensäure beim Verschank zuerhalten, wendet man sogenannte Conservatoren mit Kohlensäuredruckan, indem man auf das im Keller lagernde Bier durch comprimirteKohlensäure, die man sich zu diesem Zweck künstlich darstellt, einenDruck ausübt, der genügt, das Bier durch Röhren nach dem Hahn inder Schenke emporzudrücken, woselbst es mit der Temperatur desKellers, beladen mit der ganzen Fülle von Kohlensäure, ankommt.Statt comprimirter Kohlensäure kann man auch einfach comprimirteLuft verwenden.
Verbesserte Abfüll-, Stöpsel- und Flaschenreinigungs-Maschinenhaben zum Aufschwung des Bierversandtes in Flaschen wesentlich bei-getragen. Biere zum Flaschenversandt dürfen nicht zu jung sein, d. h.sollen einen hohen Vergährungsgrad besitzen. Sehr bewährt sich dasErwärmen der Flaschenbiere, welches Velten in Marseille, gestützt aufdie Versuche von Pasteur, mit Erfolg vorgeschlagen hat, das sogenanntePasteurisiren. Das betreffende Bier wird in gut verschlossenen Fla-schen im Wasserbade circa eine halbe Stunde auf 50° C. erhitzt. Hin-reichend abgelagerte und auf diese Weise richtig behandelte Biereerhalten sich jahrelang vollkommen gut 1 ). Ein anderes Conservirungs-mittel ist eine Lösung des sauren schwefligsauren Kalkes, welcheshauptsächlich in England auch angewendet wird. Entweder setzt mandieselbe dem Lagerbiere zu, auf 100 Theile Bier einen Theil der imHandel vorkommenden Lösung, wenn das Lagerfass bis zur Hälfte an-gefüllt ist, oder man benutzt sie zum Ausspülen der Flaschen, zu wel-chem Zwecke man 2 bis 3 Theile der Lösung auf 1000 Theile Wassernimmt.
Bekanntlich werden die Lagerfässer (Versandtfässer), um zu ver-hüten, dass Bier- und Hefentheile in das Holz eindringen — wodurch leichtSäuerung eintreten kann — im Inneren mit Pech überzogen, ausgepicht.Dazu verwendet man gewöhnliches Fichtenharz, Colophonium, welchesbei einer solchen Temperatur geschmolzen wurde, dass es fast frei vonTerpentinöl ist.
Bei der gewöhnlichen Art des Fasspichens geht viel Harz durchdas Verbrennen verloren und werden dabei auch die Fässer, theilsdurch die Flamme, theils durch das rasche und unvorsichtige Zuschlä-gen, bald zerstört. Man sucht nun diese Nachtheile in neuerer Zeit zuumgehen durch Pichmaschinen. Dieselben beruhen auf der Anwendungerhitzter Luft und bestehen der Hauptsache nach aus einem Ventilator zurErzeugung eines constanten Luftstromes, einem Windofen zur Erhitzungdieses Luftstromes, und einem Kessel zum Schmelzen und Erhitzen des
J ) In Weihenstephan werden alle Flaschenbiere pasteurisirt.