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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Bier.

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Eine Kelleranlage nach dem System Brainard besteht darin, dassüber dem zu kühlenden Raum zwei in viele Winkel gebogene Beckenvon Metall angebracht werden, zwischen welchen das Eis gelagert istund die in den Winkelflächen nicht nur eine möglichst grosse Conden-sationsoberfiäche, sondern auch die Sicherheit des raschesten Ablaufensdes Schmelz- und Condensationswassers bieten, welches durch beson-dere Binnen nach aussen geführt wird. Das Condensationswasserabsorbirt von den in Gährräumen sich entwickelnden Gasen und trägtdamit zur Reinigung der Kellerluft bei.

Das Verhältniss des Eisraumes zur Grösse des Lagerraumes sollungefähr 1 zu 4 sein. Sowohl bei Gähr- als Lagerkellern muss füreine gute Ventilation gesorgt sein.

Die Untergährung erfolgt gewöhnlich in offenen runden auchmanchmal in ovalen Bottichen aus Eichen- oder Lärchenholz, die mallnicht selten mit einem Harzlack überzieht. Ausserdem hat man Bot-tiche aus Cement, Schiefer, glasirtem Eisen und selbst Glas in Gebrauch.Letztere lieferten die schönsten Resultate, die reinste Hefe, wären sienur nicht so zerbrechlich.

Der Inhalt eines Gährbottichs wird gewöhnlich von 20 bis 40 Hecto-liter genommen und soll dieses Maass nicht übersteigen. Früher stellteman die Gährbottiche auf hölzerne Ganten, welche wieder auf Polster-hölzern ruhten. Jetzt benutzt man statt der Polsterhölzer Säulchenvon Stein oder Gusseisen, auf welchen breite eiserne Träger oder auchwohl alte Bahnschienen befestigt werden.

In jedem Gährkeller findet man weiter eine Werkelpumpe, welchebeim Abziehen des Jungbieres benutzt wird, eine Schlauchtrommel zumAufrollen der Schläuche, ferner eine Würze-, Bier- und eine Wasser-leitung. Die erstere steht in Verbindung mit den Kühlschiffen resp.mit dem Kühlapparate, die zweite hat den Zweck, das Jangbier ausdem Gährlocale in den Lagerkeller zu schaffen, die dritte hat dasnöthige Quantum Wasser aus den betreffenden gewöhnlich auf demBodenraum aufgestellten Reservoirs zur Reinigung der Gefässe undLocale zu verschaffen. In grösseren Etablissements findet man aucheine Gasleitung, wenn Gasbeleuchtung eingeführt ist. Als Leitungs-röhren für Würze und Bier eignen sich am besten verzinnte Kupfer-rohre, übrigens werden auch Blei- und gusseiserne Röhren gebraucht.

Was die Bereitung der obergährigen Biere anbetrifft, so hat die-selbe in den letzten Decennien wenig Fortschritte gemacht; nur hat mangefunden, dass sie den untergährigen Bieren in ihren Eigenschaftenum so näher kommen, je langsamer and regelmässiger und je niedrigersie (innerhalb der Temperaturgrenzen für Obergährnng) vergohrensind. Auf die letztere Bedingung muss man aber um so mehr verzich-ten, als der Vorzug der obergährigen Biere ja gerade darin besteht, dasssie bei höherer Temperatur dargesteiii werden dürfen als die unter-