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Gruppe III. Chemische Industrie.
mehr Wartung während der Lagerung. Vor Allem muss die Tempe-ratur der Lagerkeller niedrig gehalten und die Nachgährung möglichstverzögert werden. Letzteres wird dadurch erreicht, dass das Füllender Lagerfässer sehr langsam geschieht und das Yertheilen des fertig-gewordenen Jungbiers erst in grösseren Zeitabschnitten, je nach demBetrieb, auf 10 bis 40 Fässer gleichmässig vorgenommen wird. Anfangsgeschieht das Vertheilen der Jungbiere rascher, bis die Fässer zurHälfte gefüllt sind, von dieser Zeit an jedoch immer so, dass das Bierdurch die langsame Gährung trübe bleibt, und nicht durchfällt undlauter wird. Gewöhnlich dauert die Füllzeit 3 bis 4 Monate und erfolgtdas letzte Zugeben von Jungbier 4 Wochen vor dem Verbrauch. Besitzendie Lagerkeller eine constante Temperatur von 3°C., so können dieFässer schon nach l 1 ^ bis 2 Monaten gefüllt werden. Das Spunden derLagerbiere geschieht entweder auf den Lagerfässem oder SchenkfäBsern.
Für die Führung der Gährung ist von grosser Wichtigkeit dieBeschaffenheit des Gährraumes, welche derart sein soll, dass die äusse-ren Temperaturverhältnisse wenig Einwirkung haben. Es darf die Tem-peratur in denselben nicht über -j- 8° C. steigen und nicht unter -j- 3°C.heruntersinken; tritt eine höhere Temperatur auf, so müssen Schwimmermit Eis eingesetzt werden, indem der Brauer die Gährung derart leitenmuss, dass die Temperatur der gährenden Würze 10° nicht überschreitet.
Die Einführung von Kühlapparaten, die Anwendung von Eismachen es möglich, die Biererzeugung auf das ganze Jahr auszudeh-nen, deswegen finden wir auch die Gähr- und Lagerkeller der moder-nen Brauereien mit entsprechend situirten und hinreichend grossenEisräumen in Verbindung. Man kann den Eisbehälter entweder ander Stirnseite des Lagerkellers anbringen, oder in die Mitte des Kel-lers verlegen, so dass ihn die Lagerkeller concentrisch umgeben, oderman lässt je eine Abtheilung Lagerkeller mit einer Abtheilung Eiskel-ler intermittirend wechseln, oder endlich, man legt den Eisbehälterüber den Lagerkeller.
Die letzte Art der Eisdeponirung ist die rationellste, den physi-kalischen Gesetzen der Abkühlung entsprechendste, nur müssen die Ge-wölbe derartig construirt werden, dass sie für Wasser undurchdringbarsind, was durch Cementirung, Asphaltirung oder durch Ueberdeckenmit flachen Bleischalen erreicht wird. Da man das Eis nicht auf das Ge-wölbe, sondern auf einen eisernen Rost legen muss, so hat man auch unter-halb des Rostes zu etwaigen schadhaft gewordenen Stellen leicht Zutritt.
In manchen Brauereien haben auch schon Eismaschinen Einganggefunden, wie die Carre’sche Ammoniakmasehine und die Kaltluft-maschine von Windhausen x ).
*) Vergl. den Aufsatz: Künstliche Erzeugung von Kälte und Eis vonDr. H. Meidincer. I. 74 d. B.