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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Bereitung des Weines.

sich zersetzen und zum Verderben des Weines Veranlassung geben kann.Es ist dies noch viel mehr der Fall beim Obstwein, der, wie erwähnt,nur 3 x / 2 bis 5 p. C. Weingeist enthält. Es kommt deshalb, selbstver-ständlich in warmen Kellern mehr als in kalten, häufig vor, dass schonim ersten Sommer der Obstwein eben durch die Fäulniss der Hefe voll-ständig verdirbt.

Die Aufgabe, die Hefe als Quelle des Verderbens zu entfernen unddoch Kohlensäure im Wein zu erhalten, lässt sich nun mit Leichtig-keit dadurch lösen, dass der Wein bald nach der Hauptgährung vonder Hefe abgelassen wird. Der Wein enthält jetzt noch 0'4 bis 0'6 p. C.Zucker, der hei der Nachgährung wieder hinreichend Kohlensäure ent-stehen lässt.

Johannis- und Stachelbeeren werden besonders in England inziemlich grosser Menge zu Wein verwendet. Sie enthalten zu wenigZucker und zu viel Säure, so dass man 1 Thl. Saft gewöhnlich mit3 Thln. Zuckerwasser von etwa 30 p. C. Zucker vermischt.

In Beziehung auf Gährung, Einwirkung der Luft und der Wärmesowie Krankheiten gilt in den meisten Beziehungen dasselbe, was beimTraubenwein gesagt wurde.

Der bekanntlich aus Honig bereitete Meth war bei der Ausstellungin Wien fast nur von Russland ausgestellt. Den Jurymitgliedern, diean Traubenwein gewöhnt waren, wollte der Meth als ein süsses, bouquet-loses, ziemlich starkes Getränk nicht munden. Erwähnenswerth ist,dass bei Meth von Petersburg der Preis von 5 Rubel, ja bei einer Flascheaus dem vorigen Jahrhundert von 15 Rubel angegeben war.

Die Auszeichnungen für Weine auf der Wiener Weltausstellungsind unter Gruppe IVNahrungs- und Genussmittel als Erzeugnisseder Industrie vermerkt.