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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Bereitung des Weines.

Da dieser junge Wein nicht genügend Zucker enthält, um die-thige Kohlensäure zu erzeugen, so wird jetzt der aus Zucker, Weingeistund Wasser bestehende sogenannte Liqueur zugesetzt.

Nachdem die Flaschen verkorkt und zugebunden sind, werden sieso gestellt, dass sich die entstehende Hefe am Kork ansammelt, was durchregelmässiges oft wiederholtes Bewegen der Flasche befördert wird.Nach einiger Zeit wird die Flasche geöffnet und durch das sogenannteAusspritzen die Hefe entfernt. Die Flasche wird jetzt wieder mit Weinund Liqueur gefüllt zugebunden.

In jeder Fabrik macht man andere Zusätze zum Liqueur, diemeist üeheimniss der Fabrik sind und dem Wein Wohlgeschmack erthei-len sollen.

Ein wesentlicher Verlust entstand früher dadurch, dass sehr vieleoft bis 20 p. C. der Flaschen zersprungen sind. Durch bessere Flaschenund besonders dadurch, dass man gelernt hat den Zucker im Wein zubestimmen und zu berechnen 1 ), wie viel davon im ersten Liqueur zu-gesetzt werden darf, ohne zu viel Kohlensäure also einen zu grossenDruck entstehen zu lassen, haben es manche Fabriken so weit gebracht,dass nur etwa 4 p. C. Flaschen zerspringen.

Nicht selten wird es nöthig, dem Wein mit dem letzten Liqueuretwas Säure zuzusetzen. Wird hierzu Weinsäure verwendet, so kommtes vor, dass der Wein in den Flaschen trüb wird. Wenn wir uns daranerinnern, dass im Wein gewöhnlich noch an andere Säure als Weinsäuregebundenes Kali vorhanden ist und in Folge dessen durch Zusatz vonWeinsäure Weinstein abgeschieden wird, so lässt sich dieses den Schaum-weinfabrikanten oft sehr belästigende Trübwerden des Weines leichterklären. Das Mittel demselben vorzubeugen wird darin bestehen, ent-weder eine andere Säure (Citronen- oder Aepfelsäure) anzuwenden oderaber die kleine Menge Kali schon aus dem ursprünglichen Wein durchZusatz von etwas weinsaurem Natron zu entfernen.

Es liegt sehr nahe, statt des umständlichen und kostspieligen Ver-fahrens , das oben angegeben wurde, die Kohlensäure in den fertigenWein einzupumpen, in gleicher Weise, wie es bei der Bereitung derkünstlichen Gaswasser geschieht. Es wurden denn auch schon vielfachVersuche in dieser Richtung ausgeführt und wird ziemlich viel Schaum-wein so dargestellt, doch gelang es bis jetzt nicht, einen ebensoguten Wein zu erzeugen, als nach der ursprünglichen Methode derSchaumweinbereitung.

!) Siehe hierüber Muspratts Chemie, bearbeitet von Stohmann,fortgesetzt von D. Kerl 1187.