Die Bereitung des Weines. 307
10 bis 15 Hl, aus welchen der Wein glas- und flaschenweise ver-zapft wird.
Seitdem man weiss, dass die schädliche Wirkung der Luft vorzugs-weise durch kleine Pilze gleichsam vermittelt wird, wendet man Appa-rate an, welche bei dem noch gährenden Wein die Kohlensäure ent-weichen, aber die atmosphärische Luft nicht eindringen lassen. Manerreichte dies durch sogenannte G ährtrichter, Gährspunden, Gährröhren,in welchen die Luft durch Wasser abgeschlossen wird.
Bei Wein im Verzapf stellte man sich die Aufgabe, die Luft, welchebeim Ablassen von Wein, eindringen muss, dadurch von den Keimenjener Pflänzchen zu reinigen, dass man sie durch Kugelröhren ähnlichden Sicherheitsröhren oder andere im Spund befestigte Apparate leitet,welche Weingeist oder auch Baumwolle enthalten. Es ist indess ganzklar, dass das Abhalten der Keime jener Pflänzchen nicht die alleinigeja nicht einmal die wesentlichste Aufgabe dieser Apparate sein darf,wenn sie überhaupt von erheblicherem Nutzen sein sollen. Der Most undder Wein kommen so vielfach mit Luft in Berührung, dass sie wohl inden meisten Fällen oder immer die Keime solcher Pflänzchen enthalten;dieselben werden sich entwickeln, sobald die äusseren Verhältnisse hierzugünstig sind. Füllt man eine Flasche mit Wein, auf welchem seinerZusammensetzung nach überhaupt Mycodermen entstehen können, ver-korkt die Flasche und lässt sie aufrecht stehen, so bilden sich ganz all-gemein Mycodermen an der Oberfläche des Weines, wenn auch der Korkso dicht ist, dass ein Eindringen von Keimen nicht angenommen wer-den kann. Jedenfalls werden all die vorgeschlagenen Apparate nichtim Stande sein, die Keime der Mycodermen besser abzuhalten, als einguter Kork, um so mehr, als beim Ablassen von Wein aus einem Fassegrosse Mengen Luft in verhältnissmässig kurzer Zeit durch jene Appa-rate gehen. Legt man eine Flasche Wein so, dass der Kork immernass bleibt, so bilden sich keine Mycodermen; offenbar deshalb, weildie Diffusion der Gase in und der Luft ausser der Flasche aufgehobenist, während sie durch den trocknen Kork der stehenden Flasche statt-findet. Eine Berechnung zeigt uns denn auch, dass die Abnahme anWeingeist im Wein durch Mycodermen nur eine geringe sein kann,wenn das Gefäss selbst zu einem Viertel mit Luft gefüllt ist, aber eineDiffusion der Gase nicht stattfindet.
Der Hectoliter Luft wiegt bei 0° und 76 cm Barometerstand129'32 g und enthält 29‘8 g Sauerstoff. 23 Thle. Weingeist brauchenaber, um verbrannt zu werden, zu Kohlensäure 48, zu Essigsäure 16 Thle.Sauerstoff. Sind in einem Fass, das 4 Hl hält, nur 3 Hl Wein, bleibtalso der Raum von 1 Hl mit Luft gefüllt, so können, wenn aller Sauer-stoff der Luft im Fass verwendet wird, 14‘28 g Weingeist zu Kohlen-säure oder 42 - 84 g Weingeist zu Essigsäure verbrannt werden. 3 HlWein wiegen bei 6° Oechsle 298‘2Kg und enthalten bei 8 p. C. 23'8Kg
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