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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Rübenzuckerfabrikation.

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Verhältnisse den Erwartungen nicht, weil sie nur geringe Ernten lie-fert, ihre Gestalt bei der Verarbeitung Schwierigkeiten bereitet undsie überdies weniger Saft besitzen soll. Aus den zur Zeit vorliegendenErfahrungen lassen sich für die Züchtung zuckerreicher Rüben im All-gemeinen nur die Hauptregeln ableiten, dass man:

1. zunächst nur Rübenexemplare von edler äusserer Form auseiner als zuckerreich und saftrein erkannten Sorte entnimmt, und

2. von diesen wiederum nur diejenigen als Samenrüben auswählt,welche ein hohes Volumgewicht besitzen.

Auf diesen letzteren Umstand hatte ich vor längerer Zeit schonGelegenheit aufmerksam zu machen, gestützt auf zahlreiche Unter-suchungen über Rüben verschiedener Abstammung 1 ), woraus ich fol-gende Schlüsse zog:

1. Das Volumgewicht des Rübenkörpers ist ausnahmslos kleiner,als das specifische Gewicht des in demselben befindlichen Saftes.

2. Das Volumgewicht der Rüben schwankt für die grössere Mehr-zahl derselben (etwa für 85 p. C.) innerhalb der Grenzen 10300 und1'0600; es kann in einzelnen Fällen sinken bis auf etwa lOlOO undsteigen bis gegen l - 0700 als äusserste Grenzwerthe.

3. Schwere Rüben (von über 1 bis 2 Pfund Gewicht) zeigen imAllgemeinen ein niedrigeres V olumgewicht und einen kleineren Werths-quotienten ihres Saftes, als leichte Rüben (von Pfund und dar-unter).

4. Specifisch schwere Rüben zeigen im Allgemeinen einen kleine-ren Nichtzuckergehalt und besseren Zuckerquotienten des Saftes, als diespecifisch leichten Rüben; doch scheint dieser Zusammenhang ein umso weniger zutreffender zu werden, je leichter die Rüben sind.

5. Die gleichzeitig in den Rüben neben ihrem Safte sich vorfin-dende Luft schliesst die Möglichkeit einer Abscheidung schlechter Rü-ben von verarbeitungswürdigen durch ein auf das Volumgewicht der-selben sich gründendes Verfahren aus.

6. Es erscheint jedoch immerhin empfehlenswerth, für die Samen-zucht Rüben von hohem Volumgewicht auszuwählen.

Es unterliegt keinem Zweifel, dass die fortgesetzten Bestrebungenzur Züchtung einer besonders zuckerreichen und saftreinen, dabeigleichzeitig hohe Ernteerträge liefernden Rübensorte mit der Zeit vongünstigen Erfolgen begleitet sein werden und das landwirthschaftliche,für deutsche Verhältnisse besonders wichtige Problem, von einer gege-benen Ackerfläche ein Maximum an Zucker in Gestalt eines Minimumsan Rüben zu erzielen, seine praktische Lösung erfahren wird.

J ) Scheibler, Untersuchungen über die Beziehungen zwischen dem spe-cifischen Gewicht des Körpers der Zuckerrüben und der Zusammensetzungdes Saftes derselben. Zeitschrift 1867, S. 625.