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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Viehfutter im ungefähren Werthe von Ö 1 /^ Mill. Thlr. und ausserdemkommen ihr bedeutende Mengen producirten Düngers zu Gute. Derbeträchtlichste Nutzen aber, welcher der Landwirtschaft aus demRübenbau erwächst, ist ein indirccter; er entspringt aus den Anforde-rungen, den die Rühencultur an die Bodenbearbeitung stellt. Die Tief-cultur, die Benutzung der Drill-, Dibbel- und Hackmaschinen, die ratio-nelle Anwendung künstlicher Düngemittel etc. haben die Ertragsfähig-keit der Aecker ausserordentlich gesteigert, so dass trotz des sehr aus-gedehnten Zuckerrübenbaues nicht weniger, sondern mehr Getreide vonden Aeckern gewonnen wird, die Butter- und Käsefabrikation nicht ab-genommen hat und die Fleischproduction sich fortwährend in der Zu-nahme befindet. Dabei haben diese erfreulichen Thatsachen der arbei-tenden Bevölkerung des platten Landes gleichzeitig Gelegenheit zumgrösseren Verdienst, namentlich lohnende Beschäftigung während derWintermonate und dadurch Verbesserung ihrer Lage gegeben.

Das Rohmaterial für die Zuckerfahrikation, von dessen guter Be-schaffenheit vor Allem der Erfolg der Arbeit abhängig ist, ist bekannt-lich die Rübe (Beta cicla, Runkelrübe, Zuckerrübe , Mangold, Turnips,Rummel), welche durch Cultur und Bastardirung in vielfachen Spiel-arten aus der ursprünglich am Meeresstrande des südwestlichen Euro-pas (spanische und portugiesische Küste) vorkommenden wilden Stamm-pflanze (Beta maritima) hervorgegangen ist. Letztere gehört der Fa-milie der meldenartigen Gewächse ( Chenopodeen , Atripliceen ) an undist eine zweijährige Pflanze, welche im zweiten Jahre einen Blüthen-stengel treibt und Samen trägt.

Man ist vielfach bestrebt gewesen, durch Veredelung der Rühezu einer constanten und namentlich zuckerreichen Spielart derselbenzu gelangen, wofür das in Deutschland bestehende Steuergesetz, wel-ches den Rohstoff nach dem Gewicht belastet, begreiflich besonders an-regend war. Es haben sich in dieser Beziehung die RübenzüchterKnauer für deutsche und Vilmorin für französische Verhältnisse be-sonders verdient gemacht und sind durch dieselben bereits viele beach-tenswerthe Schritte geschehen, obgleich man nicht sagen kann, dassdas gewünschte Ziel schon erreicht, oder alle hierbei sich geltend ma-chenden Einflüsse, wie Individualität des Samens, Bodenqualität, Cul-turmethode, Düngerart etc. richtig erkannt und ausgenutzt wordenwären. Knauer ist bei seinen Züchtungen besonders bestrebt ge-wesen, Rüben von edler Form: conische, nach der Wurzelspitze hinallmälig sich verjüngende Gestalt, zu erzielen, da die Erfahrung lehrt,dass solcher Art gestaltete Rüben reine zuckerreiche Säfte besitzen;wohingegen Vilmorin unter Vernachlässigung der äusseren Formlediglich den Zuckerreichthum des Rübensaftes im Auge gehabt hat.Die von Vilmorin mit grosser Mühe und Ausdauer cultivirte Rübeentspricht daher, trotz ihres Zuckerreichthums, wenigstens für deutsche

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