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Gruppe III. Chemische Industrie.
Wenn man eine Lösung von Stärkemehl in Kalilauge der Dialyseunterwirft, so verliert sie nach A. Müller 1 ) schnell das Alkali und esbleibt eine dünne Lösung, welche weder durch Kochen noch durchSäuren, wohl aber durch Weingeist gefällt wird. Durch Jodlösungwird sie ohne Trübung blau gefärbt; verdunstet man die Lösung zurTrockne, so ist der Rückstand wieder in Wasser unlöslich.
Ueber die Verbindungen von Stärke mit Kali und Natron hatTollens 2 ) Untersuchungen an gestellt in der Hoffnung Aufklärungüber die Moleculargrösse der Stärke zu bekommen. Die aus Stärkemit den Alkalien entstehenden, mit Alkohol und Aether gefällten undgewaschenen Verbindungen enthielten auf 1 Atom Kalium und Natrium4 oder 5 Molecule Stärke, was auf Formeln mit 24 oder 30 AtomenKohlenstoff deutet, worüber weitere Untersuchungen noch näher ent-scheiden sollen.
Stärkemehl quillt nach Payen 3 ) in den gesättigten Lösungen vonBrom- oder Jodkalium zu dem 25- bis 30fachen Volum einer kleister-artigen Masse auf, welche sich dann bis auf die Membrane in Wasserlöst; aus dieser Lösung fällt Jodwasser flockige Jodstärke.
Schützenberger und Naudin 4 ) haben in einer Arbeit überdie Acetylderivate der Kohlenhydrate auch diejenigen des Stärkemehlsbeschrieben. Triaeetylstärkemehl, Cg II 7 (C 3 II 3 0)3 O 5 , wird als weisser,amorpher, in Wasser, Alkohol, Aether und Essigsäure unlöslicher Kör-per erhalten, wenn man Stärkemehl mit einem Ueberschuss von Essig-säureanhydrid auf 140° G. erhitzt. Erhitzt man dagegen auf 160° C.,so entsteht Triacetyldextrin, von derselben Formel und gleichen Eigen-schaften, jedoch löslich in Essigsäure. Es kann auch direct aus Dex-trin erhalten werden.
In Betreff der Einwirkung der Diastase des Malzes oder der ver-dünnten Schwefelsäure auf Stärke und Dextrin liegen zahlreiche, viel-fach sich widersprechende, theils ältere, theils neuere Arbeiten vor, aufdie hier nur hingewiesen werden kann; es sind die von Muse ul us 5 ),Payen 6 ), Philipp 7 ), Reischauer 8 ), Schwarzer 9 ), Lie-
x ) Müller, Journ. f. pr. Chem. GUI, 49; Zeitschr. f. Chem. 1868, 530;
Chem. Centralbl. 1868, 1055. 2 ) Tollens, Ber. chem. Ges. 1873, 1390.
3 ) Payen, Compt. rend. LXI, 512; Zeitsclir. f. Chem. 1865, 736; Chem.
Centralbl. 1865, 1014. 4 ) Schützenberger und Naudin, Ber. chem.
Ges. 1869, 163, 556; Zeitschr. f. Chem. 1869,264; Chem. Centralbl. 1869, 681.
6 ) Musculus, Dingl. pol. J. CLYIII, 424; CLXIV, 150; Zeitschr. f. Chem.
1860, 379; 1862, 169; 1865, 740; 1869, 446; Chem. Centralbl. 1860, 602;
1S65, 1163; 1870, 307; Ber. chem. Ges. 1870, 430; Pol. Centralbl. 1870,
1067. 6 ) Payen, Dingl. pol. J. CLXIV, 144; CLXXVIII, 69; Chem.
Centralbl. 1865, 845; Pol. Notizbl. 1865, 319; Zeitschr. f. Chem. 1866, 334.
7 ) Philipp, Zeitschr. f. Chem. 1867, 400; Zeitschr. f. analyt. Chem. VI, 471.
8 ) Reischauer, Dingl. pol. J. CLXV, 452. 9 ) Schwarzer, Journ. f. pr.
Chem. (Neue Folge) I, 212; Dingl. pol. J. CXCVIII, 321; Pol. Notizbl.1870, 321; Pol. Centralbl. 1870, 844,