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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Stärkemehl - Industrie.

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der Methode der Zerlegung derselben in diese Bestandteile liegt aucheine sehr interessante, aber einen Auszug nicht wohl gestattende Ab-handlung von C. Jessen vor 1 ), welche die Beachtung der technischenChemiker' im vollsten Maasse verdient, da sie neben einer ausführlichenLiteraturangabe zeigt, wie wenig Positives wir zur Zeit über die Stärkein physiologischer Hinsicht wissen, und indem sie die Wege andeutet,um zu einer besseren Erkenntniss zu gelangen.

Ueber die Einwirkung des Jods auf Stärke, sowie über das Ver-halten der Jodstärke selbst, sind noch verschiedene Mitteilungen ge-macht worden. Nach Duclaux 2 ) ist, wie vordem auch schon Per-sonne gezeigt hat, die Jodstärke keine chemische Verbindung vonconstanter Zusammensetzung, sondern ihre Bildung beruht auf einerphysikalischen Absorption von Jod durch die Stärke, ähnlich wie KohleJod bindet.

Ueber Veränderung der Jodstärke beim Erhitzen hat MagneLahens 3 ) Versuche angestellt.

Griessmayer 4 ), der das Verhalten der Stärke und ebenso desDextrins gegen Jodlösung und Gerbsäure studirte, kommt zu demSchlüsse, dass zwei verschiedene Arten von Dextrin existiren: Dex-

trin I, welches durch Jod gerötet wird, und Dextrin II, welches mitJod farblos bleibt; eine Unterscheidung, welche aber von 0. Knab 5 )angegriffen wird, indem derselbe eine eigenthümliche Modification derim Uebergangsstadium zu Dextrin begriffenen Stärke, die er Dextrin-stärke nennt, annimmt.

Musculus 0 ) hat Angaben gemacht über die lösliche Modificationder Stärke, welche bei vorsichtiger Einwirkung der Schwefelsäure aufStärke erhalten wird; sie scheidet sich aus der syrupsdicken Lösungin Form von Körnern von O'Ol bis 0'02 mm ab, die gereinigt werdenkönnen und zum Unterschiede von der Granulöse Flückigers auchnach dem Trocknen bei 100° in Wasser löslich sind. Sie ist starkrechts drehend ' wird durch Jod blau gefärbt und die Diastase zerlegtsie glattauf in Dextrin und Glucose.

Das Stärkemehl soll nach Loew 7 ) beim Erhitzen mit Wasser auf160 bis 170 11 vollständig unter Ausscheidung von Kohle und Bildungvon Kohlensäure, Ameisensäure und etwas Huminsubstanz zerlegtwerden.

4 ) Jessen, Journ. f. pr. Chem. CV, 65. 2 ) Duclaux, Compt. rend.

LXXIV, 533; Dingl. pol. J. CCV, 274; Zeitschr. f. Chem. 1871, 702; Ann.cliim. phys. [4] XXV, 264 "bis 284 (ausführlich). 3 ) Lahens, Bull. soe.cliim. [2], VI, 79. 4 ) Griessmayer, Ann. Chem. Pharm. CLX, 40; im

Auszuge; Chem. Centralbl. 1871, 636; Pol. Centralbl. 1871, 1103. B ) Knab,Pol. Centralbl. 1872, 670; Chem. Centralbl. 1872, 492. 6 ) Musculus,

Bull, de la soc. cliim. 1874, XXII, Nro. 2, 26; Ber. chem. Ges. 1874, 824.7 ) Loew, Zeitschr. f. Chem. 1867, 510.

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