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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

müsste. Im Gegentheil sind die Eigenschaften dieser Substanzen eigent-lich nicht streng geschieden; sie zeigen mehr nur gradweise Abstufun-gen. Es könnte also wohl die ganze Eeihe ein einziges chemischesIndividuum mit wechselnden physikalischen Theilchen darstellen. DieVerschiedenheit würde dann darin bestehen, dass diese Theilchen vondergelben Stärke, wo sie am grössten wären, beständig an ihrerGrösse abnähmen bis zum gelben Dextrin. Bei letzteren hätten wiralso die grösste Vertheilung der Substanz, also auch die leichteste Zer-setzbarkeit. Die Stärkelösung bestände dann in einer Vertheilung inmehr oder weniger unregelmässige Trümmer und Flocken, die Amylo-dextrinlösung dagegen in einer Vertheilung in gleichartige Theilchen,welche in Folge dieser Gleichförmigkeit das Vermögen hätten, sich zuKrystallen an einander zu legen.

Liegt der Unterschied-in der chemischen Constitution, so könnte erauf der procentischen Zusammensetzung beruhen, so dass jede folgendeModification ein gewisses Mehr an Wasserbestandtheilen enthielte, oderdann in einer Isomerie. Für das erstere, welches nach den Eigen-schaften wohl das wahrscheinlichere wäre, sprechen die Analysen nicht.Zwar passen die Bestimmungen des Amylodextrins besser auf die obenangegebene Formel, welche in der That mehr Wasser enthält, als diegewöhnliche Stärkeformel; aber auch die Analysen der Stärke stimmen,wenn die Substanz im Wasserbade, getrocknet wurde, besser mit derFormel des Verfassers überein, und die von Anderen und von ihm aus-geführten Analysen von Dextrin geben keinen grösseren Gehalt anWasserbestandtheilen an.

Soll der Unterschied ein chemischer sein, so wäre er es nur inso-fern, als es zwei oder drei chemische Verbindungen gäbe: Stärke, Amylo-dextrin und Dextrin. Die verschiedenen Stärkemodificationen wenig-stens beruhen wohl nur auf physikalischen Unterschieden. Denn wirfinden hier eine sehr grosse Zahl von Formen, indem z. B. auch dergelbe Theil nicht homogen ist; ja, wir haben es eigentlich mit einerganzen Reihe allmälig in einander übergehender Modificationen zu thun.Ebenso scheinen auch die Eigenschaften der beiden Amylodextrinartennicht in der Weise verschieden zu sein, dass man auf zweierlei che-mische Verbindungen schliessen dürfte. Zwischen Stärke und Amylo-dextrin könnte die Kluft freilich vielleicht grösser erscheinen. Wennwir aber die blaue Substanz für sich dargestellt hätten, so würde siewohl von dem reinenvioletten Amylodextrin nicht wesentlich ab-weichen. Die bis jetzt bekannten Unterschiede der verschiedenen Sub-stanzen der Stärkegruppe lassen also wohl eine Zurückführung aufphysikalische Eigenthümlichkeiten zu, und so lange nicht charakteri-stischere gefunden sind, dürften wir, meint der Verfasser, uns mit die-ser einfacheren Anschauungsweise begnügen.

In Betreff der einzelnen Bestandtheile der Stärkemehlkörner und