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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Stärkemeli 1 - Industrie.

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geringere als Kartoffelstärke sie besitzt. Wie die Jodstärke wird aucliJodamylodextrin durch verschiedene Substanzen aus seinen Lösungen ge-fällt, aber auch hier schwieriger, als Jodstärke, und zwar mit blauer oderblauvioletter Farbe, während sich, wie oben bemerkt, die zuerst ausge-schiedene Substanz nachträglich mit Jod nicht oder kaum gelblich färbt.

Durch Farbstoffe werden die Scheibchen wie die unverändertenStärkekörner nicht gefärbt. Letztere nehmen nur dann Farbstoff auf,wenn sie etwas gequollen sind, Während Amylodextrin, da es nichtaufquillt, überhaupt nicht gefärbt werden kann. Durch alle Mittel,durch welche Stärke verändert wird, wird Amylodextrin in Zucker ver-wandelt, immer aber leichter und vollständiger, als Stärke. Insbesonrdere bildet auch Kalilauge ziemlich rasch eine gewisse Menge vonZucker, so dass Amylodextrin, wie dies auch Dextrin thut, die Feh-lingsehe Lösung reducirt. Die Reduction rührt in beiden Fällennicht von vorher schon beigemengtem Zucker her, sondern von Zucker,der sich unmittelbar beim Erhitzen mit Kalilauge bildet. Bei der wei-teren Umwandlung geht Amylodextrin, und zwar in seiner Gesammt-heit, zunächst in Dextrin über, so dass das letztere also nicht als Spal-tungsproduct auftritt. Auch von diesem giebt es wahrscheinlich zweiverschiedene Modificationen, von denen sich die eine mit Jod roth, dieandere gelb oder braun färbt. Die erstere ist diejenige, welche sichzuerst bildet, und welche auch die grössere Verwandtschaft zu Jodbesitzt. Eine Dextrinart, die sich mit Jod gar nicht färbt, giebt esnicht.

Das Dextrin unterscheidet sich von Amylodextrin dadurch, dasses schon in kaltem Wasser leicht löslich ist. Diese Löslichkeit ist sogross, dass sich die Substanz beim Abdampfen nie ausscheidet, bis sieschliesslich zu einer in kaltem Wasser wieder eben so leicht löslichenglasartigen Masse eintrocknet. Auch beim Fällen mit Alkohol, wo-durch übrigens die Substanz schwerer gefällt wird als Amylodextrin,werden nie Krystalle erhalten. Die übrigen Eigenschaften des Dextrinsstimmen mit denen des Amylodextrins überein.

Die ganze Stärkegruppe stellt nach dem Vorhergehenden eine all-mälige Uebergangsreihe dar, von der sich gelb färbenden Modificationder Stärke durch dierothe undviolette zurblauen, welche dieMitte der ganzen Reihe, zugleich mit der grössten Verwandtschaft zuJod, darstellt, dann durch dasviolette undrothe Amylodextrinund durch dasrothe Dextrin endlich zumgelben. Erst diesesletztere kann sich in Zucker verwandeln.

Den Unterschied dieser Substanzen oder Modificationen kann manin einer Verschiedenheit der chemischen Zusammensetzung suchen;man kann ihn aber auch nur wechselnden physikalischen Verhältnissenzuschreiben, denn die Verschiedenheit der Eigenschaften ist doch nichtder Art, dass man unbedingt auf chemische Unterschiede schliessen