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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

gende Behandlung mit verdünnter Natronlauge ohne Druck Papier-stoff von sehr guter Qualität erzeugt werden kann. Die praktischeAusführung dieser überaus einfach erscheinenden Methode ist aber mitSchwierigkeiten Behaftet, welche sich einer Anwendung im Grossenentgegenstellen. Das Gelingen des Processes setzt eine möglichst grosseOberfläche des Holzes voraus und hatte sich als die passendste Formdes Holzes- die der dünnen und schmalen Ilobelspähne erwiesen, welchefür diesen Zweck durch eine besonders construirte Vorrichtung erzeugtwurden. Abgesehen von der nicht geringen mechanischen Kraft, welchedie Zertheilung des Holzes beansprucht, ist es besonders das ungeheureVolumen, welche diese Hobelspähne einnehmen und die entsprechendgrossen Behälter, welche für den Böstprocess erforderlich sind, die einfast unüberwindliches Hinderniss bilden; ausserdem stellt die langeund unbestimmte Zeit, welche der Böstprocess selbst in der Sommerzeiterheischt, die Möglichkeit eines geregelten Betriebes überhaupt in Frage.

Um noch ein Beispiel zu geben, in welch verschiedenartiger Dich-tung bereits versucht wurde, das grosse Problem der chemischen Zer-faserung des Holzes zu lösen, soll hier noch erwähnt werden, dass W.Adamson sich 1871 in Amerika ein Verfahren patentiren liess, wel-ches darin besteht, das zerkleinerte Holz durch Extraction mit leicht-flüssigen Kohlenwasserstoffen aufzubereiten. Adamson geht dabeioffenbar von der originellen Ansicht aus, dass die harzigen Substanzendas eigentliche Bindemittel der Zellen im Holzgewebe bilden.

In Anbetracht, dass weder die Intercellularsubstanzen noch dieincrustirenden Substanzen von den Kohlenwasserstoffen afficirt werden,ist es schwierig, einzusehen, wie dieses Verfahren seinen angeblichenZweck erreichen soll.

Die mikroskopischen Untersuchungen des chemischen Holzstoffesvon Wiesner 1 ) haben ergeben, dass die histologischen Elemente desHolzes in demselben völlig isolirt sind, nur hin und wieder haften noch2 bis 3 Holzzellen an einander. Die Fasern zeigen eine Länge von2 bis 6 mm, welche der Länge der Holzzellen entspricht und ist vondem Markstrahlengewebe fast nichts mehr vorhanden. Die Holzzellenselbst sind der Länge nach wohl gut erhalten, aber fast immer etwasgequetscht und seitlich zusammengedrückt und erscheinen zuweilenkorkzieherartig gedreht wie Baumwollenfasern, zuweilen in Folge vonQuetschung breiter als die der unveränderten Holzzellen. Der aus denNadelhölzern dargestellte Holzstoff ist durch die getüpfelten Zellencharakterisirt, während bei dem der Laubhölzer, durch die Anwesenheitder Gefässe, die Abstammung erkennbar ist.

Obgleich nun bei den Papierfasern nur die langgestreckten faseri-gen Zellen für die Güte derselben maassgebend sind, so ist doch die

*) Wiesner, Die Rohstoffe des Pflanzenreichs, 457.

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