Pflanzenfaser.
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so ist er für viele Zwecke ohne vorhergehendes Bleichen verwendbar.Um aber einen vollständig weissen Papierstoff zu erhalten, verfährtman am zweckmässigsten in der Weise, dass man denselben mit einerLösung von 3 bis 4 Thln. Chlorkalk auf 100 Thle. trocknen Stoff be-handelt. Hierdurch wird der anhängende Farbstoff in Alkalien lös-lich gemacht und mit einer schwachen Lösung von kohlensaurem oderkaustischem Natron entfernt. Ein zweites Behandeln mit einer Lösungvon 1/2 P- 0- Chlorkalk genügt dann, um den Holzstoff vollständig farb-los zu erhalten.
Es ist schon in der Einleitung erwähnt worden, dass auchOxydationsmittel, wie Salpetersäure, Chlor oder Königswasser, untergewissen Umständen die Holzsubstanz und andere ähnliche Pflanzen-gewebe in der Weise zerlegen, dass sie die incrustirenden Substanzenauflösen und die resistentere Cellulose zurücklassen, also in ganz ana-loger Art wie die Alkalien wirken.
Diese Thatsache ist in der Technik nicht unbeachtet gebliebenund hat man wiederholt versucht, dieselbe in der Praxis zur Anwen-dung zu bringen.
Schon 1852 Hessen sich Coupier & Mellier 1 ) ein Verfahren fürdie Darstellung von Papierstoff aus Holz in England patentiren, wel-ches auf der Anwendung von Salpetersäure beruhte.
Später nahmen Barre & Blondel 2 ) denselben Gegenstand aufund wird von diesen in der ausführlichen Patentbeschreibung angege-ben, dass für Holz 50 p. C. Salpetersäure von 36° B. hinreichen, umdasselbe durch 24stündige Maceration in eine weiche faserige Massezu verwandeln. Diese soll nach Zusatz von etwas Wasser einige Stun-den in emaillirten eisernen Gefässen gekocht, dann ausgewaschen, mitkohlensaurer Natronlösung behandelt, nochmals ausgewaschen und end-lich mit Chlorkalk gebleicht werden. Obgleich das so erzeugte Pro-duct nach Angabe der Patentträger viel billiger als die gebräuchlichenPapierstoffe sich hersteilen und die Qualität nichts zu wünschenübrig lässt, so scheint doch dieses Verfahren einen praktischen Erfolgnicht gehabt zu haben. Es ist wohl die Vermuthung gerechtfertigt,dass die Kosten der Salpetersäure die Rentabilität dieses Verfahrensunmöglich machten.
Im Jahre 1865 patentirten dann Orioli, Fredet & Matussieredie Anwendung des Königswassers zu dem gleichen Zwecke und hatdieses Verfahren einiges Interesse gewonnen dadurch, dass es eine Zeitlang zu Pontcharra bei Grenoble wirklich im Grossen ausgeführt wurde.
Nach der von Payen 3 ) gegebenen ausführlichen Beschreibung
J ) Coupier und Mellier, Engl. Patent 1852, Nro. 13 979. 2 ) Barre
und Blondel, Engl. Patent 1861, Nro. 391. s ) Payen, Compt. rend.LXIV, 1167. Dingl. pol. J. CLXXXV, 308.
Wiener Weltausstellung. III. I. 2.
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