144
Gruppe III. Chemische Industrie.
4 ben und mit Manometern versehen, ausserdem sind unten an den Kes-seln Ablaufhähne angebracht, um nach Beendigung der Operation dasWaschwasser oder die ausgenutzte Lauge entleeren zu können.
Die Operation wird nun so geleitet, dass immer in fünf Kesselndie Einwirkung der Natronlauge auf das zerkleinerte Holz vor sichgeht, während in drei anderen der fertige Inhalt gewaschen undein anderer für die Fortsetzung der Operation mit Holz gefüllt be-reit gehalten wird. Bezeichnet man nun der leichteren Beschreibunghalber die Kessel der Reihe nach mit fortlaufenden Zahlen und nimmtman an, dass die Operation in vollem Gange sei, so stehen der erste,zweite und dritte Kessel, deren Inhalt bereits fertig ist, unter Wasch-wasser, während in dem nächstfolgenden vierten Kessel die Laugeim letzten Stadium unter dem höchsten Operationsdruck von 90 Pfd.die Digestion des Holzes vollendet. Im fünften wirkt die vorher ausdem vierten Kessel übergeführte Lauge unter entsprechend niedrige-rem Druck. Im sechsten Kessel wirkt die mit dem Inhalt des viertenund fünften Kessels in Berührung gewesene Lauge unter noch niedri-gerem Druck und so fort bis im achten Kessel die Lauge, welche be-reits die vier vorhergehenden Kessel passirt hat, unter einem Dampf-druck von nur 15 bis 20 Pfd. auf das frische Holz einwirkt.
Ist nun nach einer gewissen Zeit der Inhalt des vierten Kesselsfertig, so wird durch Umstellung der Hähne die Communication zwi-schen den acht thätigen Kesseln hergestellt und am achten der Ablauf-hahn geöffnet, indem gleichzeitig in den ersten Kessel so viel Wassereingepumpt wird als nöthig ist, um die in demselben bereits vorhan-dene Menge von oben nach unten in den nächsten Kessel zu treibenund durch die übrigen Kessel wirkend ein gleiches Volumen der nunausgenutzten Lauge aus dem achten Kessel verdrängt. Auf dieseWeise ist nun die Lauge des vierten Kessels in den fünften gelangtund nachdem sie hier nach Verschluss der Hähne genügend lange ge-wirkt hat, wird sie nach abermaliger Umstellung der Hähne durchfrische Lauge, aus dem Laugenreservoir kommend, in ganz derselbenWeise verdrängt, wie dieses bei der Einführung des Wassers geschehenist und nun durch die am achten Kessel austretende Lauge der neunteKessel angefüllt und in Thätigkeit gesetzt. Nachdem der erste Kesselmit 3 Volumen Wasser gewaschen, wird er entleert und mit Holz ge-füllt, um wieder durch Verbindung mit dem neunten Kessel in Thätig-keit gesetzt zu werden, sobald der Inhalt des fünften Kessels fertigist. So wird ein Kessel nach dem anderen entleert und wieder mitHolz gefüllt von Neuem in die Operationsreihe eingeführt.
Der aus den Kesseln entleerte Holzstoff wird in einer Wasch-maschine vollends von aller noch anhängenden Lauge befreit, wodurcher auch zugleich so vollständig zerrührt wird, dass er einer weiterenmechanischen Behandlung nicht bedarf. Da er nur wenig gefärbt ist,