Pflanzenfaser.
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Bestandtheile des Holzgewebes, welche durch die Operation entferntwerden sollen, nur dadurch in Lösung gebracht werden können, dassdie abgeschwächte Wirkung der Lauge durch eine entsprechende sehrbedeutende Steigerung der Temperatur resp. des Druckes unterstütztwird.
Diese lästigen Uebelstände sucht nun Ungerer dadurch aufzu-heben , dass die Extraction der aus dem Holzgewebe zu entfernendenIntercellular- und incrustirenden Substanzen gleichsam durch einensystematischen Auslaugungsprocess bewerkstelligt wird. Um diesesauszuführen wird die Wirkung auf den Inhalt einer Reihe mit ein-ander in Verbindung stehender Digestoren in der Art vertheilt, dassdie Lauge mit dem Maximum der Operationstemperatur, in den erstenKessel oder Digestor eintretend, nach einem gewissen Zeitraum in dennächsten übergeführt wird, wo sie unter entsprechend niedrigerer Tem-peratur wirkt, bis sie endlich im letzten Digestor bei wenig erhöheterTemperatur mit den am leichtesten löslichen Bestandtheilen des Holzesvollends gesättigt und dann abgelassen wird.
Leider setzt dieses Verfahren einen sehr complicirten und daherauch kostspieligen Apparat voraus, und es ist wohl nur allein diesemUmstand zuzuschreiben, dass dasselbe in der Praxis bis jetzt nochnicht zur Ausführung gekommen ist und daher der technische Werthdieser Methode noch nicht mit Sicherheit beurtheilt werden kann.Nichtsdestoweniger soll der Versuch gemacht werden, diesen vielver-sprechenden Process etwas ausführlicher zu beschreiben, obgleich diesesohne Zeichnung des Apparates nur unvollständig geschehen kann.
Der von A. Ungerer in seinem oben angeführten Patent be-schriebene Apparat besteht aus neun aufrechtstehenden, oben mit Deckelnverschliessbaren eisernen Kesseln, welche, da der Process ein continuir-licher ist, möglichst nahe an einander, am besten im Hufeisenform, auf-gestellt sind. Diese Kessel oder Digestoren, in welchen das zerkleinerteHolz mit Natronlauge behandelt wird, sind durch Röhren und Hähnederartig mit einander in Verbindung gebracht, dass nach Belieben derflüssige Inhalt jedes einzelnen Digestors durch den obwaltenden Druckin den nächsten übergetrieben werden kann, indem die Flüssigkeitunten austretend in einer Röhre aufsteigt und in den nächsten Kesseloben seitlich einmündet. Mit sämmtlichen Kesseln stehen zwei Röhren-systeme in Communication, von welchen das eine aus einem besondernKessel die auf 90 Pfd. Dampfdruck erhitzte Natronlauge, die andere mit-telst einer Druckpumpe kaltes Wasser oben in die Kessel zuführt. JederKessel kann durch angebrachte Hähne für sich abgeschlossen werden,wodurch die Möglichkeit gegeben ist, den Druck in denselben nachBelieben zu reguliren, indem nöthigen Falls durch die unter den Kes-seln angebrachten Feuerungen die Temperatur auf die richtige Höhegebracht wird. Die Kessel sind mit schlechten Wärmeleitern umge-