14-2 Gruppe III. Chemische Industrie.
welchem aus dem in einen Kessel eingeschlossenen Holz zunächst dieLuft ausgepumpt und dann die Natronlauge eingepumpt wird, umdadurch das Eindringen der Lauge in die Holzsubstanz zu erleichtern.Der Kessel wird dann von aussen entsprechend erwärmt , um die Ope-ration zu vollenden.
Blyth und Southby *) tränken das Holz mit der Natronlaugeund nachdem der Ueberschuss derselben abgezogen, wird die Massemit Anwendung von Dampfdruck erhitzt.
Ganz ähnlich ist der Vorschlag von V. E. Keegan. Nach diesemwird das Holz in der Form J / 2 Zoll dicker und 12 Zoll langer Stückeunter bedeutendem Drucke mit concentrirter Alkalilauge von 20° (?)oder mit Säure (?) getränkt und dann in dem rotirenden, mit Dampf-gehäuse umgebenen Kessel auf 150° C. erhitzt.
J. A. Lee patentirte neuerdings eine Methode in England 2 ), nachwelcher vor dem Beginn der Digestion der Holzspähne mit Natron-lauge der Kessel luftleer gemacht wird, um so das Eindringen derLauge in die Holzsubstanzfaser zu beschleunigen. Die einmal benutzteLauge wird dann mit Essigsäure versetzt, um das Harz etc. abzuschei-den und dann wieder benutzt.
Es ist bis jetzt nicht bekannt geworden, ob man die angeblichenVortheile dieser neueren Methoden erprobt hat.
Als weitaus das wichtigste von allen in neuerer Zeit aufgetauch-ten Verfahren ist unstreitig das von Albert Ungerer 1872 patentirtezu betrachten. Es lässt dieses auf den ersten Blick erkennen, dasses auf einer richtigen Erkenntniss des Gegenstandes basirt ist unddarnach strebt, den von der Theorie angezeigten Weg möglichst ge-nau zu verfolgen.
Es stützt sich diese Methode lediglich auf die möglichst rationelleAusnutzung des Alkalis, wodurch erzielt wird, dass mit einer verhält-nissmässig schwachen Lauge, 2 bis 3 p. C. Natron enthaltend, Laub-hölzer bei 60 Pfd. Dampfdruck und Nadelhölzer mit Lauge von 3 bis4 jj. C. bei 90 Pfd. Dampfdruck in 5 bis 6 Stunden schon vollständigaufgeschlossen werden.
Es ereignet sich besonders bei jenem Verfahren, bei welchem mandie Wirkung einer möglichst geringen Menge von Alkali durch ent-sprechend höhere Temperatur compensirt, dass gewisse in der Laugegelöste Substanzen, welche sich bei höherer Temperatur, in braunehumusartige Körper verwandeln, ausgeschieden werden und sich aufder Faser niederschlagen. Ferner tritt bei der üblichen Methode derUmstand ein, dass mit der fortschreitenden Einwirkung der Natron-lauge diese mehr und mehr neutralisirt wird, so dass die resistenteren
J ) Blyth und Southby, Engl. Patent 1872, Nro. 2417. Lee, Engl.Patent Nro. 695, 1873.
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