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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Pflanzenfaser.

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zes, der Menge des angewandten Natrons und der Operationstemperatureinen mehr oder weniger beträchtlichen Theil der organischen Bestand-theile abzuscheiden, aber es scheint Tessie du Motay entgangen zusein, dass weitaus der grössere Theil derselben nicht fällbar ist unddaher nothwendigerweise sich nach wenigen Operationen schon in derLauge so anhäufen muss, dass ein weiterer Gebrauch derselben nichtmehr zulässig ist.

Schon 1861 patentirte H. Lowe in Amerika die Behandlung derbraunen Strohlaugen und dergleichen mittelst Kohlensäure, doch scheintman auch dort eine Anwendung von diesem Process nicht gemachtzu haben J ).

Seit der Einführung der erwähnten Methoden zur Darstellung deschemischen Holzstoffes wurde eine Menge anderer auf demselben Prin-cip beruhender Processe in Vorschlag gebracht, welche aber im Wesent-lichen nur als Modificationen derselben anzusehen sind.

So patentirten Wrigley, Bruce und Seitz 2 ) ein Verfahren, nach

*) Die bei der Einwirkung von kaustischer Natronlauge unter Hochdruckauf Holz, Stroh und dergleichen entstehenden braunen Laugen haben einesehr complicirte Zusammensetzung und ist eine genaue Untersuchung der-selben dadurch erschwert, dass den darin auftretenden organischen Bestand-theilen jene Eigenschaften abgehen, welche für eine scharfe Trennung undBestimmung derselben erforderlich sind.

Ein Theil der organischen Bestandtheile ist nur lose an das Alkali ge-bunden und wird dieser theilweise schon durch überschüssige Kohlensäure inder Eorm eines dunkelbraunen holzartigen Körpers ausgefällt. Aus der mitKohlensäure behandelten Lauge wird durch Zusatz einer stärkeren Säureweitaus die grössere Menge der gelösten organischen Substanzen als ein demvorigen ähnlicher Niederschlag ausgefällt, welcher beim Erwärmen sich zu-sammenzieht und wie der vorige nur theilweise in Alkohol löslich ist. Derin Alkohol unlösliche Theil ist eine in Alkalien lösliche, durch verdünnteSäuren gallertartig fällbare Substanz, welche vielleicht der Beihe der Pectin-körper angehört. In der durch Säure ausgefällten Lauge, welche nun ziem-lich farblos erscheint, ist neben mehreren anderen Körpern eine gummiartigeSubstanz und eine beträchtliche Menge durch Aether ausziehbarer syrupartigerSäuren enthalten. Eine derselben hat Aehnlichkeit mit der Dextronsäure;bis jetzt konnte aber nur das Zinksalz im krystallisirten Zustande erhaltenwerden. Ausserdem enthält die braune Lauge eine geringe Menge flüchtigerSäuren der Essigsäurereihe und eine beträchtliche Menge Kohlensäure.

Wird bei der Digestion des Holzes eine unzureichende Menge Alkali an-gewandt oder die Temperatur zu sehr erhöht, so wird durch die sich bil-dende Kohlensäure ein Theil der weniger löslichen Bestandtheile auf dieHolzfaser niedergeschlagen und diese dadurch dunkel gefärbt.

Beim Eindampfen der braunen Laugen scheiden sich sehr bald unlös-liche Häute ab, welche sich am Boden festsetzen und heftiges Stossen ver-ursachen. Aus diesem Grunde müssen diese Laugen nach einer gewissenConcentration, durch auf die Oberfläche derselben wirkende Eeuergase wei-ter eingedampft werden.

2 ) Wrigley, Bruce und Seitz, Engl. Patent 1870, Nro, 3148.