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Gruppe III. Chemische Industrie.
kanischen Holzstofffabriken diese wichtigen Thatsachen unbekannt oderunbeachtet geblieben zu sein, und indem man vielmehr dem BeispieleHoughton’s folgte, verblieb man lange in der Meinung befangen,dass der unbequem hohe Druck, welchen dessen Verfahren nöthigmacht, überhaupt nicht umgangen werden könnte.
In der Folge kam man allerdings bald zu der Ueberzeugung,dass ohne Wiedergewinnung des Natrons die Darstellung des' chemi-schen Holzstoffs viel zu kostspielig wird. Indem man dem Beispiele derEsparto und Strohstofffabriken folgt, werden nun allgemein die braunenalkalischen Laugen eingedampft und der calcinirte Rückstand zur Darstel-lung von Natron wieder verwerthet. Da nun diese Operation auch fürdie Fabrikation des chemischen Holzstoffs von der grössten Bedeutunggeworden, so beschäftigt man sich vielfach damit, dieselbe zu vervoll-kommnen, und es wurde zu diesem Zweck bereits eine grössere Anzahlvon Einrichtungen in Vorschlag gebracht , welche hauptsächlich daraufhinausgehen, das Verdampfen des Wassers auf möglichst ökonomi-sche Weise zu erzielen.
Man hat auch mehrfach versucht, das immerhin kostspielige undunbequeme Eindampfen und Verbrennen der braunen Lauge ganz zuumgehen und dieselben auf andere Weise für die Wiederverwendungtauglich zu machen. In dieser Beziehung soll besonders ein vonTessie du Motay 1 ) vorgeschlagenes Verfahren kurz erwähnt werden,weil dasselbe seiner Zeit unter so vielversprechenden Verheissungen indie Oeffentlichkeit gebracht wurde, und inVerbindung mitdemHough-ton’schen Process in grossartiger Weise durch die Gesellschaft „LaCellulose“ in Frankreich und Oesterreich ausgebeutet werden sollte.
Tessie du Motay will das Eindampfen etc. umgehen, indem erdie braune Lauge mit Kohlensäure sättigt, wodurch die Harzsäurengefällt und durch nachheriges Erwärmen der Lauge in consistenterForm abgeschieden und so entfernt werden. Hierauf soll die Laugedurch Behandeln mit Kalkhydrat causticirt und durch Zusatz einergeringen Menge von Bariumhydrat die letzte Spur der noch vorhandenenHarzsäuren niedergeschlagen werden.
Statt des Baryts kann auch Schwefelnatrium angewendet werden,und zwar wird dieses zugesetzt, nachdem die Hauptmenge des Harzesdurch die Kohlensäure entfernt ist. Durch nun fortgesetztes Einleitenvon Kohlensäure soll das Schwefelnatrium zersetzt und so derselbeZweck wie bei der Anwendung von Baryt erreicht werden. Anstattder freien Kohlensäure sollen endlich auch die löslichen Bicarbonatedes Kalks, der Magnesia oder des Baryts angewendet werden können.
Es gelingt allerdings durch längeres Einleiten von Kohlensäureaus den braunen Laugen einen je nach der Art des verarbeiteten Hol-
*) Engl, Patent 1871, Nro. 1725.