48 Allgemeiner Teil.
ansehnliche Zahl von recht alten Handschriften, und manche, geradeauch der älteren, sind mit Miniaturen geschmückt. Nach ihrem Inhalthaben gleichfalls mehrere Stücke gröfsere Bedeutung erlangt. Ausder Keilie der Passionalien und Heiligenleben sei hingewiesen auf 37,Vita Anskarii, und 42, Vita Willibrordi. Auch die beiden GiefsenerHandschriften (Anh. III, 1 u. 2) wären in dieses Fach zu nehmen.Den Namen des Klosters tragen die bekannten Annales Weingartensesin 28*; für die Geschichte von Weingarten selbst und der Weifensind wichtig 11 und 12. Des Gegensatzes und der Merkwürdigkeithalber seien hier angeschlossen die leontinischen Verse auf Barbarossain D 46. Endlich verdankt die Nachbarstadt Konstanz gewisse Bei-träge zu ihrer Geschichtsforschung auch 20 aus der Reihe der Chroniken,wo weiterhin noch Augsburg, Rcichenau und Zwiefalten vertreten sind.Anzufügen wäre noch der Gewinn, den die Geschichtswissenschaftaus zwei Handschriften eines anderen Faches gezogen hat, aus denspäteren Einträgen von F 16 und 27.
Die Juridica umfafste die Littera H mit 78 Handschriften. Im13. Jahrhundert hat eine gröfsere Anzahl davon das Kloster selbstbeigesteuert. Weitaus die Mehrheit entstammt aber erst dem 14. und15. Jahrhundert, und ganz ungewöhnlich viele kamen mit dem Kon-stanzer Zuwachs nach Weingarten. Daher stammt auch die älteste,76, dem Inhalt nach wohl zugleich auch die wichtigste. Einige Be-deutung haben ferner die drei Handschriften des Schwabenspiegels,41, 59, 64, besonders die mittlere. Aber auch weiterhin hat wissen-schaftliche Forschung gröfseren oder kleineren Nutzen gezogen auseiner beträchtlichen Anzahl von Handschriften: 4, 5, 10, 13, 14, 19,20, 24, 26, 28, 34, 40, 42, 49, 51, 63, 65, 71, 72, 73, 74, 75;hervorzuheben wären aus diesen besonders 71 und 72. Dieser Reihekönnte aus andern Fächern noch angeschlossen werden: D 72, E 32,58, G 31, womit die Liste der Weingartner Handschriften, die seitherBeiträge zur Erforschung der Geschichte des Rechts geliefert haben,erschöpft sein dürfte.
Die folgende Littera I mit 65 Stücken ist nicht leicht für ein be-stimmtes Fach festzulegen; sie gehörte jedenfalls zur Theologie,sowohl der praktischen, wie der systematischen, aber ohne eine leichtersichtliche Abgrenzung gegen die schon vertretenen theologischenFächer. Ihre Handschriften stammen mit verschwindenden Ausnahmenaus der späteren Zeit, die allermeisten aus dem 15. Jahrhundert. Ver-wertet worden ist die erste, und zwar für die Geschichte des heiligenBlutes in Weingarten; beigenogen für die Ausgaben von HeinrichSuso Handschrift 44. Für das Ilirsauer Klosterleben dürfte 23 mancheAufschlüsse bringen. Von den verschiedenen Handschriften der ImitatioChristi wäre vielleicht 59 hervorzuheben. Aufserdem sei noch hin-gewiesen auf die deutschen Predigten von 26, 27, 28 und 38, undauf die deutschen Gebete von 56, 61 und 70.
Das gröfste Fach mit 115 Handschriften stand am Schlufs alsLittera K; ihm könnte man die Aufschrift Miscellanea geben.