Einbände. 41
demselben Jahrhundert in F 51, einer aus dem 15. und ein andereraus dem 16. Jahrhundert in 1.56, ein weiterer des 16. Jahrhundert, in^39, aus demselben Jahrhundert ein italienischer in 161, zwei alteFederzeichnungen endlich in K 94.
III. Einbände.
Eine Beschreibung jedes einzelnen Einbandes liegt ausserhalb desßahmens, der für vorliegende Arbeit festgelegt war. Doch soll, getreudem Plane, ein Bild der Weingartner Handschriftenbibliothek zu ent-werfen, versucht werden, die verschiedenen Arten von Einbänden ineinzelnen Vertretern festzuhalten. Vielleicht kann auch daraus einHilfsmittel werden, die eine oder andere noch irgendwo verborgeneWeingartner Handschrift als solche zu erkennen.
Den einfachsten Einband zeigen Handschriften, deren Holz-deckel mit sämischem Schafleder'), weifsem oder rotem Ziegenleder,gelegentlich später auch mit einer besonderen Art von Pergament,geglättetem Schweinsleder ähnlich, überzogen sind, ohne jeglicheweitere Verzierung durch Linien, Stempel oder dergleichen. Beispielefttr diese übrigens nicht sehr stark vertretenen Gruppen bieten D 34,D 79, F 25 und D 66. Alle diese Handschriften hatten am Vorder-schnitt eine oder zwei Schliefsen, die aber in den allermeisten Fällenverschwunden sind. Sie bestanden in der einfachsten Form aus einemschmalen, aber kräftigen Lederstreifen, der am hinteren Deckel miteinem Metallstück befestigt wurde, und dessen Spitze mit einerMessingöse versehen war zum Einlassen in einen im vorderen Deckelsteckenden Dorn aus Messing; so noch ganz erhalten z. B. bei F 45.Vielfach bestand die Schliefse aber auch ganz aus Metall in ein-facher Schmiedearbeit, z. B. bei A 40. Gelegentlich waren an denKcken und in der Mitte der Deckel metallene Buckel angebracht, wiez - B. bei D 66, die aber liier wie in den meisten Fällen nicht mehrvorhanden sind.
Die nächste Stufe nach diesen schmucklosen Einbänden bezeichnendie weit zahlreicher vertretenen Gruppen von solchen mit einfacherLinien Verzierung; neben die schon seither genannten Leder-überztige tritt dabei noch ein sehr häufig verwendeter Ueberzug ausbraunem Ziegenleder. Es sind in den Lederüberzug des vorderen undhinteren Deckels doppelt oder dreifach nebeneinander laufende Linienweist zweimal in gleichen Abständen von den Bändern eingedrückt;111 dem dadurch entstehenden rechteckig oblongen Mittelfeld werden
.') Oder sollte es vielleicht das von Mabillou, Iter germanicum, 1717, p. 44«wähnte Hirschleder sein?