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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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32 Allgemeiner Teil.

vorfanden. 1 ) Es ist wohl anzunehmen, dafs diese Handschriften seinerzeit,als die Weingartner Bibliothek nach Stuttgart verbracht wurde, ver-sehentlich gleich in die öffentliche Bibliothek gelangten.

Zum Schlnfs sei noch ein kurzer Ueberbliek gegeben über die end-gültigen Heimstätten der Handschriften 2 ) des Klosters Weingarten, diesie nach all diesen Wanderungen und Irrfahrten gefunden haben: Vonden in der Zusammenstellung aufgeführten 843 Handschriften diegeschriebenen Kataloge nicht mitgerechnet befinden sich heutzutagein Stuttgart 531, in Fulda 146 und in Darmstadt 17. 14 sind einzelnzerstreut in Giefsen, Berlin, Karlsruhe, München, Wien, Haag, HolkhamHall, London und Cheltenhajn. 3 ) Und 135 konnten noch nicht wiederaufgefunden werden.

II. Miniaturen und Initialen.

Es ist hier nickt beabsichtigt, eine fachwissenschaftliche Darstellungzu bieten; nur als Vorarbeit dazu soll ein kurzer Ueberbliek überdiejenigen Handschriften gegeben werden, die Miniaturen- oder Initialen-schmuck tragen. Eine solche Zusammenstellung dürfte ja nicht blofsdas Material für eine abschliel'sende Untersuchung der kunstgeschicht-lichen Bedeutung der Buchkunst von Weingarten selbst enthalten,sondern in den aus Konstanz stammenden Handschriften zugleich Stücke,die für die Zeichnung der Reichenauer Malerschule verwertet werdenkönnen, einer Malerschule, die vor 20 Jahren Vöge 4 ) zuerst ohne bestimmteHeimat feststellte, die dann Haseloff 5 ) der Keichenau zuwies undSwarzenski6) noch schärfer bestimmte und umgrenzte, und die neuer-dings, seit Beissel 1 ) wieder hinter einige Punkte Fragezeichen gesetzthat, die Kunsthistorikerschule Goldschmidt-Halle in Einzelunter-suchungen neu in Behandlung zu nehmen scheint.

Aufser einer solchen Matcrialsammlung will natürlich das Folgendeauch einen Auszug aus dem Ergebnis der kunstgeschichtlichen Forschung

1) s. B, Besonderer Teil, III a, 2.

2) Für die Klosterbibliothek überhaupt mögen hier noch ein paar Zahlenangefügt werden: nach schätzungsweiser Berechnung an der Hand der Katalogebesafs das Kloster ca. 1000 Inkunabeln und 15000 20000 weitere Druck-werke, wofür wohl die doppelte Zahl als Summe der Buchbinderbände an-genommen werden kann.

8) Betreffs Franenfeld vgl. die Anmerkung am Schlufs des Verzeichnissesder Handschriften nach heutiger Bibliothekheimat.

4) Vöge, Eine deutsche Malerschule um die Wende des ersten Jahr-tausends, 1891, in Ergänzungsheft 7 der Westdeutschen Zeitschrift für Ge-schichte und Kunst.

5) Haseloff, Der Psalter Erzbischof Egberts von Trier,_ 1901.

6) Swarzenski, Eeichenauer Malerei und Ornamentik im Uebergang vonder karolingischen zur ottonischen Zeit, im Kepertorium für Kunstwissenschaft,Bd 20, 1903, S. 389 ff. und 476 ff.

7) Beissel, Geschichte der Evangelienbücher in der ersten Hälfte desMittelalters, in Ergänzungsheft 92 und 93, 1900, der Stimmen aus Maria-Baach.