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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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149
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Die Handschriften des Klosterarchivs. 149

wie Haseloff geneigt ist, geht nicht an. Zwar mag die Handschriftsehr wohl einmal einen Prachteinband besessen haben, der jetzigeZustand könnte darauf hinweisen und mit ihren Miniaturen stelltsie nach Haseloffs Hinweis dem Bertholdmissale sehr nahe, aber dieerhaltene Signatur und ihre Aufnahme in Bommers Katalog beweist,daß sie zu Bommers Zeit und damit auch zur Zeit der Abfassungdes Verzeichnisses, in der Bibliothek gestanden hat.

3. Die Handschriften des Klosterarchivs.

Mit dem Inhalt des Weingartner Archivs haben wir uns hier imeinzelnen nicht weiter zu beschäftigen. Hoch enthielt das Archiv"icht ausschließlich Dokumente von nur archivalischem Interesse,sondern zugleich einige Handschriften allgemeineren geschichtlichenInhalts, die auch in der Tat, seit sie Weingarten verlassen haben,gelegentlich zwischen Bibliotheken und Aichiven hin- und herwanderten.

Das Weingartner Archiv hatte nach der Auflösung der Abtei eingünstigeres Geschick als die Bibliothek; es ist bis auf ganz un-bedeutende Ausnahmen im Heimatlande geblieben. Zunächst blieb esbis 1812 im Kloster; in diesem Jahr wurden wichtigere Teile nachStuttgart geschafft, wobei einige auf die Geschichte des Klostersbezügliche Handschriften, darunter der codex traditionum (s. u.), derKönig]. Handbibliothek einverleibt wurden. Im Jahre 1826 wurdeweiterhin der größere Teil der Pergamenturkunden in das StuttgarterStaatsarchiv verbracht, anderes folgte nach, so daß 1836 alles über-geführt war, z. T. ins Staatsarchiv, z. T. ins Filialarchiv Ludwigsburg.1841 wurde dann auch der codex traditionum an das Staatsarchivabgegeben. Endlich wurden 1882 die während der Nassau-OranischenHerrschaft in betreff der Weingartner Besitzung erwachsenen Aktenv om König der Niederlande ausgefolgt, die dann dem Staatsfilial-archiv in Ludwigsburg überwiesen wurden. So ist also heute dasWeingartner Archiv in Stuttgart und Ludwigsburg fast ganz unversehrtaufbewahrt.

Aus den Beständen des Archivs seien die oben angedeuteten, jetztsämtlich im Staatsarchiv liegenden Handschriften hier angefügt, schonwegen ihrer Bedeutung als Quellen für die AVeingartner Geschichte:

L Chronicon Weingartense; vita Conradi; chronicon de Romanisimperatofibus. Abschrift von G 12 durch 1>. Leodegar Graff, 1 ) aus demXVIII. Jahrhundert.

1) S. Lindner a. a. 0. S. 77 (No 771).