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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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40 Allgemeiner Teil.

St. Gallische Richtung daselbst vertretend, die zweite einer Ueber-gangsgruppe zwischen karolingischen und ottonischen Prachthand-schriften der Reichenauer Schule angehörend. Eine gewisse Aehnlich-keit mit diesen Initialen hat ein schönes kunstvolles C in rotenUmrissen der Handschrift B 83, während B 44 noch einmal die Band-ornamentik in einem grofsen, aber etwas plumpen J vertritt. AuchA 11 hat noch einmal einige Initialen in einfacher Bänderverzierung,teilweise von den bisherigen abweichend; B 23 schliefst sich mit denihrigen in Band- und Rankenornamentik den andern an und könntevielleicht mit dem eingemalten Wappen einen Anhaltspunkt fürgenauere Herkunftsbestimmung bieten. Krausere Phantasie verratendie Initialen der Handschrift F 48 Anm. aus dem 12. Jahrhundert;da haben sich in die Pflanzenornamentik schon alle möglichen Tier-und Menschenfiguren eingedrängt. Auch bei A 19, die einige farbigeInitialen mit goldener Zeichnung des Buchstabens hat, sind die Run-dungen etc. figürlich belebt. Ein J, das auf Goldgrund durch einphantastisches Tier mit einem Menschenkopf dargestellt wird, zeigtB 70. Beispiele farbenprächtiger, prunkvoller Initialkunst aus dem13. Jahrhundert, wie wir sie aus den Weingartner Schöpfungen schonin F 58 vertreten gefunden haben, schmücken, z. T. in noch gröfseremGlanz als in F 58, die Handschriften B 4, 22, 35, 50, 56, 58 und 65.Aehnliche Art zeigt B 18; doch stellen hier die Bilder der Initialenmeist figürliche Wortillustrationen dar. i) Auch bei B 7 mit sehrschöner Ausstattung sind in das Ranken- und Flechtwerk Tiere,Masken und Figuren eingeschoben. Aehnliches ist der Fall bei B 15,womit B 22 nahe verwandt ist. Neben dieser reicheren Ausschmückungfindet sich im 13. und 14. Jahrhundert aber auch bescheidenere Artmit einfachen Initialen in rot und blau, wie schon in B 22. BeideArten vertritt B 19, 41 und E 4; Beispiele der einfacheren sindII 11, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 33, wobei natürlich im einzelnen be-trächtliche Unterschiede bestehen und auch diese einfachere Kunstgelegentlich maniriert wird, wie z. B. in B 47. Französische Kunst,oder wenigstens Einwirkung, scheint vertreten zu sein in denInitialen von K 38, II 3, 4, 5 und 14, italienische in II 31.

Als Anhang an vorliegende Zusammenstellung möge noch einekurze Anreihung von einigen Weingartner Handschriften folgen, diezwar keine Miniaturen oder Initialen bergen, aber in eingeklebtenBlättern oder Tafeln teilweise recht wertvolle Erzeugnisse der Kunstbesitzen. 2 ) Das Blatt des Meisters mit der Bandrolle, das Glücksradund den Lebensbaum darstellend, ist in K 28; ein sehr früher undwichtiger Holzschnitt des 15. Jahrhunderts in K 27, ein weiterer aus

1) Vgl. die Dissertation von Hertha Wienecke, Konstanzer Malereien des14. Jahrhundorts, Halle 1912, S. llf.

2) Nach gütiger Bestimmung durch Herrn Geheimrat Lehrs. Eine Ver-öffentlichnng der Holzschnitte wird in den Einblattdrucken von Ileitz er-folgen.