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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
Seite
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Miniaturen und Initialen. 39

und damit einen kümmerlichen Rest des verschollenen Schatzes inA 47 mit zierlichen Initialen gotischen Charakters in den Farben rotund blau und einem einmaligen randleistenartig ausgebildeten J mitsieben kleinen figürlichen Medaillons, welche die Schöpfungstage dar-stellen. Doch weist die mit A 47 verwandte Handschrift A 50 ehernach Frankreich. Weiterhin wären etwa noch die beiden dem GrafenEberhard von Württemberg gewidmeten Handschriften K 94 nnd K 102z u erwähnen, denen der künstlerische Schmuck gewissermafsen dashöfische Kleid geben sollte. An die zweite könnte noch G 47 an-geschlossen werden, deren zierliche Initialen ebenfalls italienischeHumanistenkunst bezeugen. Bei D 60 mit hübschen Rankenverzie-rungen dürfte vielleicht das Wappen Anhaltspunkte für Bestimmungder Herkunft bieten.

Dagegen war in der Konstanzer Dombibliothek die Initialkunstreich vertreten mit beachtenswerten und teilweise sehr alten Erzeug-nissen, die häufig über Konstanz hinaus nach der Beichenau, vielleichtauch nach St. Gallen zu weisen scheinen. Die ältesten Proben habendi e zwei Handschriften des 8. Jahrhunderts, H 76 und die ihrer Minia-turen wegen schon erwähnte A 30; die Initialen der ersteren^ inZeichnung und Farbe noch ziemlich roh, die zweite mit eigenartigerOrnamentik, im wesentlichen das Band benützend, mit Ansätzen vonKnospen, gelegentlich an Fischmotive erinnernd, und zwar in dentypischen Farben dermerowingischen" Zeit, grün, rot und gelb.Die gleichen Farben und ähnliche Art, aber im ganzen einfacher ge-halten, zeigen aus dem folgenden Jahrhundert die Initialen von B 78.-Ä.1B demselben Jahrhundert stammt die grofse interessante Initialeder Handschrift B 95 (auf S. 221) in Riemenornamentik mit ihreneigenartigen Abschlüssen in Hundeköpfen, in den Farben rot, gelbUfl d schwarz. Auch in diesen Farben, zu denen häufig noch grün°der blau tritt, zieren rahlreiche Initialen G 42, die gleichfalls durch'hre Abschlüsse auffallen, eigenartige Knollen, gebildet durch Riemen-v erschlingungen. Wegen ihres Alters auch noch aus dem 9. Jahr-hundert stammend seien noch die kleinen einfachen Initialen vonA 36 und B 81 und 82 erwähnt, die wieder mehr Aehnlichkeit mitA 30 aufweisen. Zur Ranken- oder Pflanzenornamentik leiten diezwei verwandten Handschriften D 24 und B 52 über, die ersterespärlicher, die letztere reicher mit Initialen geschmückt. Der Haupt-stätte der Pflanzenornamentik selbst, Beichenau, gehört i) F 27 an mitder eigentümlichen Verwendung von Gold und Silber; verwandt damit18t A 31. Sind seither in der Ornamentik immer auch noch lineareTiergestalten vertreten gewesen, so ist die Pflanzenornamentik aus-schliefslich zur Herrschaft gelangt in den zwei Handschriften des10 - Jahrhunderts D 63 und D 35, welche nach Swarzenski wahr-scheinlich auch der Reichenau entstammen, 2 ) und zwar die erste die

*) Vgl. Repertorium für Kunstwissenschaften, Bd 2fi, S. 399.

2 ) Vgl. Kepertorium für Kunstwissenschaften, Bd 26, S. 405 resp. 408.