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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
Seite
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Miniaturen und Initialen. 37

nennen: die Prachthandschrift H 2, die nach Italien weist, und H 1mit einer Miniatur, die Bonifacius darstellt.

Weit gröfser als die Zahl der Handschriften, die durch Bilderhervorragen, ist, wie es ja in der Natur der Sache liegt, die Zahlderjenigen, die nur durch Initialen ausgezeichnet sind. Da aberauch die Initialen kunstgeschichtliches Interesse erwecken und ge-iegentlich zur Bestimmung einer Handschrift verwertet werden können,sei auch ihre Reihe liier kurz aufgeführt. Zunächst wieder die Reihederjenigen, für welche Weingartischer Ursprung angenommen werdenkann.

Eine recht stattliche Zahl von Handschriften dürfen wir derInitialkunst des Klosters zuweisen, besonders das 12. Jahrhundert istreich vertreten. Die Initialen der ältesten Zeit zeigen in der Haupt-sache Pflanzenornamentik, besonders in der von der Reichcnau herbekannten Ausbildung; doch drängen sich zwischen die Bänder undHanken vielfach Motive aus dem Tierreich. Die Buchstaben sindhier meist in roten, seltener in schwarzen Umrissen gezeichnet undsind schon in dieser einfachsten Form durch ihre kunstvolle Zeichnunggewöhnlich recht wirkungsvoll. Gelegentlich finden wir eine grüneUntermalung als Grundlage; häufig wird reichere Wirkung erstrebt,indem die Zwischenräume farbig ausgemalt werden, meist in blau undr °t, aber auch violett, grün und gelb. Manchmal, wie es scheint inden ältesten Handschriften, ist versucht, den Buchstabenkörper mitGold zu decken. Dieses Deckgold ist heute recht matt, zum Teil fastschwarz geworden, teilweise auch abgefallen; auch scheipt man imKloster von diesen Versuchen bald wieder abgekommen zu sein. MitErzeugnissen dieser älteren Zeit, die sicher Weingartischen Ursprungssind, haben die Initialen von G 35 in ihrem verblafsten, wässerigverschwommenen Grün eine gewisse Aehnlichkeit. Aber die Hand-schrift ist doch wohl in ihrem zweiten Teil, der eben die Initialenenthält, älter als das Kloster und könnte für Reichenauer Ursprungselbst in Anspruch genommen werden, wie die etwas ältere WienerHandschrift gleichen Inhalts und ähnlicher Schrift 1 ) (Wien. Ilofbibl.Cod. 573), die Swarzenski erwähnt 2 ); allerdings wäre bei der altenSchule der Reichenau die ungeübte Technik unserer Handschrift ver-wunderlich. Aus dem 11. und 12. Jahrhundert sind Initialen mitmatt gewordenem Deckgold vertreten in G 28, F 24, A 7, B 13, 17,13 45; in ro ten Federzeichnungen vorwiegend in A 10, 32, 35, B 12,3e , 72, 97 ]3 33 62 F59; aufserdem mit farbiger Ausmalung derZwischenräume in ü'ö, B 79, 89, 93, 102, 106, 109, D 71, F 34*, 39,43 und 45.3) Weiterhin sind hier nochmals zu nennen die schonihrer Miniaturen wegen erwähnten Handschriften Dl, F 30, Gl und 12;endlich F 26, GH und Anh. II, 1, wobei die drei letzteren besonders

D s. Chrousts Monumenta Palaeographica, Ser. I, Lief. XX, Taf. 9.

2 ) Repertorium für Kunstwissenschaft, Bd 2G, S. 390.p 3 ) Die noch nicht näher bekannten Initialen von G H konnten in diebru Ppierung nicht eingereiht werden.