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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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34 Allgemeiner Teil.

Zeit des Klosters, noch im Jahrhundert der Gründung entstanden.Sie enthält drei ganzseitige Miniaturen, deren erste, am Anfang desBuches, jedenfalls den hl. Martinas darstellt, während die beiden andern,in der Mitte, wohl Szenen aus dem Leben der hl. Afra bringen. Einengewissen Anklang an diese Handschrift zeigt aus etwas späterer ZeitP 43, deren Ilauptschmuck sonst grofse Initialen sind, mit einer ganz-,seifigen liildinitiale A, etwas vor der Mitte des Bandes, die AuferstehungChristi darstellend. Den Einflufs der Judithhandschriften in ihrenInitialen bekunden einige Handschriften des 12. Jahrhunderts, die aberhier zuerst der Miniaturen wegen zu nennen sind: F 26, von derenzwei Bildern nur eins, die Kreuzabnahme, erhalten ist, während dasandere leider herausgeschnitten wurde, und das Fuldaer Breviarium(Anh. II, 1), das mit einer grofsen Anzahl von Miniaturen geschmücktist. Eine gewisse Verwandtschaft mit diesen letzteren könnte man inzwei weiteren Handschriften finden, F 29, mit einem Bild des Gekreuzigtennebst Maria und Johannes, und F 30, mit einem Bild eines Heiligen.Zwar ist ihre Entstehung in Weingarten nicht aufser Zweifel, abersie könnten im Kloster bemalt worden sein. An die Beziehungen zuden Weifen erinnert das Bild des Welfenstamrabaums in G 12, worinaufserdem noch das Bild von Kaiser Friedrich I. mit seinen Söhnenenthalten ist. Aus der gleichen Zeit stammmt F 9 mit einem miniatur-geschmückten C, in dessen Rundung der Papst sitzt. Auf urkundlichbezeugten Boden, z. T. durch die Einträge in den Handschriften selbst,kommen wir endlich mit G 1 und D 1, aus den Zeiten der AebteWernher und Meingoz. G 1 zeigt auf ihrem Bilde') unten den AbtWernher selbst, wie er dem hl. Martimis das Buch überreicht; darüberübergibt Josephus mit andern Juden dem Vespasian seine Bolle.D 1 bietet auf drei Seiten Szenen aus dem Leben des hl. Gregor.Zu diesen beiden Handschriften gehört auch D 54 mit einem Bildam Anfang, das den hl. Gregor darstellt, wie er sein Werk überpastoralis cura schreibt, in sein Ohr geflüstert vom hl. Geist in Gestalteines Vogels; hinter Gregor stellt ein Mönch, der das Geschriebenein Empfang nimmt. Wohl ebenfalls noch in die Zeit von Abt Meingozdürfte das jetzt im Besitz von Lord Leicester in Holkham Hall be-findliche Missale des Hamricus sacrista (Schatzhandschrift 5) zu setzensein, das in seiner prächtigen Ausstattung von den seitherigen ein-facheren Werken schon gewaltig absticht; für seine Bilder und seinenPrachteinband sei auf das oben erwähnte Werk von L. Dorez ver-wiesen.

Wir nähern uns damit zeitlich schon dem Höhepunkt Wein-gartischer Buchkunst, die am Anfang des 13. Jahrhunderts ihre Blüte-zeit unter Abt Berthold (12001232) erreichte. 2 ) Ihr schönstesWerk ist nach Hasel off das Berthold-Missale (Schatzhandschrift 3),jetzt ebenfalls im Besitze von Lord Leicester; es ist genau beschrieben

1) Vgl. auch Hefs, Prodomus

2) Vgl. Haseloff a. a. 0.