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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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Zur Geschichte der Ilandschriftensammlung. 31

Gastvevliiiltnis wurde dann einige Zeit später zu einem dauernden und''eehtniäl'sigen umgewandelt. Aus Anlafs der infolge des Thronwechsels1891 vorgenommenen Uebergabe und Revision der Kronausstattung wurdevon Seiten der Zivilverwaltung bei einer Anzahl von Gegenständen, dieder Kronaustattung längst entfremdet waren und mit ihr in keineminneren Zusammenhang mehr standen, Rückgabe an den Staat gegenErsatz angeregt. Zu diesen Gegenständen gehörten auch die Hand-schriften der llofbibliothck, von denen übrigens bei dieser Gelegenheit,>m Jahre 1892, auch einige, und darunter auch Weingartner, an dasKönig]. Haus- und Staatsarchiv übergeben wurden. Alles übrige bliebbeisammen und war eingeschlossen in den am 9. November 1898 ab-geschlossenen Tauschvertrag zwischen der Hofdomänenkammer und derStaatsfinanzverwaltung, der dann im März 1901 vollzogen wurde, undWodurch u. a. die Hofhandschriften, gegen 1000 Bände, damals geschätztzu 250 000 M., in das freie Eigentum und das Verfügungsrecht des StaatesÜbergingen. Damit war der natürliche Gang der Dinge, der im Jahre1810 unterbrochen worden war, wiederhergestellt, und dem Verfahrender Säkularisation auf diesem Gebiete erst die innere Berechtigungv erschafft. Denn wenn es zweifellos im Interesse der Wissenschaftla g, dafs alle diese Erzeugnisse der Gelehrsamkeit vergangener Zeitenai1 grofsen Sammelstätten vereinigt wurden, statt an allen mögliehen,z - T. recht abseits liegenden, und nicht jedermann zugänglichen Ortenzerstreut zu sein, so gehörten folgerichtig die Schätze zu der grofsenschon vorhandenen Sammlung in die öffentliche Bibliothek, wo sie derGel ehrten weit am leichtesten zugänglich waren und im Zusammen-hang mit einer reichen wissenschaftlichen Büchersammlung aus allenGebieten benutzt werden konnten. Und dem war durch diesen Ueber-gang Rechnung getragen. So war dieser letzte Besitzerwechsel, dendamit auch die Weingartner Handschriften über sich ergehen lassen'"«l'sten, für die Allgemeinheit ohne Zweifel höchst erwünscht, und diefrühere Unsicherheit, ob eine Handschrift in der llofbibliothck oderln der Landesbibliothek zu suchen war, hörte damit auf. Von einigenwenigen Resten nebst einzelnen Blättern, die freilich durch Itala-fragrnente ganz besondere Bedeutung haben und die im Jahre 1884jedenfalls versehentlich zurückgeblieben sind, ist wohl mit Grund zu'»offen, dafs sie auch vollends dem Ganzen nachfolgen dürfen, zu dem8le gehören.

Zur feierlichen Beurkundung dieser letzten Wanderung und zugleichSewissermafsen als neuen Heimatschein erhielten dann im Dezember19 °1 alle diese Handschriften den StempelAus der K. Handbibliothekan die K, Landesbibliothek Stuttgart abgetreten 1901", nachdem dieneue Heimat selbst ihren NamenOeffentliche Bibliothek" im November1901 gegen den NamenLandesbibliothek" umgetauscht hatte.

In diesem Zusammenhang ist schliefslich noch zu erwähnen, dafsd'e Weingartner Fremdlinge, als sie nach fast 100 jähriger Wanderzeitendlich in der Landesbibliothek ihr endgültiges Heim fanden, hier zuihrer Ueberraschung schon über ein Dutzend Vertreter ihrer Familie