24 Allgemeiner Teil.
Bibliotheque Imperiale ;i Paris, ou sans donte les mainiscrits qni lecomposaient sont encore; j'avais signe snr chaque volume: „envoyepar le general Thiebault, gouverneur du pays de Fulde", petite satis-faction de vanite" dont je souris aujourd'hui et (|ue j'espere, on mepardonncra. Thiebault liefs also den liest der Wcingartuer Kisten,der zu Arnoldi gekommen war, öffnen, und nun sollte endgültig überihren Inhalt entschieden werden.
Suchen wir zunächst den AVcg derjenigen Handschriften zu ver-folgen, die Thiebault der Pariser Bibliothek zugedacht hatte, undderen Zahl einmal von Zwenger auf 32 angegeben wird. In derNationalbibliothek sind sie jedenfalls nicht. Deslisle weifs in seinem„Cabinet des manuscrits" nichts von ihnen, auch da nicht, wo ervon der 1814 und 1815 erfolgten Rückgabe der aus Deutschlandweggeführten Handschriften spricht; ebenso hat er sie auf unmittelbareAnfrage vergeblich in der Nationalbibliothek gesucht. Dagegen be-finden sich in der Hofbibliothek iu Darmstadt 17 Handschriftenmit der Aufschrift auf dem ersten Blatt: Imperiali Bibliothecae LutetiisThiebault Fuldensis Regionis Gubcrnator 1807. ] ) Sie sind es ohnejeden Zweifel, die Thiebault nach Paris bestimmt hatte. AVie sindsie nach Darmstadt gekommen? Man nahm seither meist an, aufdem Wege über Paris. Als man in den dreifsiger Jahren für dieHerausgabe der Monumenta Germaniae historica die Handschriften-bestände in den verschiedenen Bibliotheken durchforschte und inDarmstadt diese Weingartner Handschriften mit der Bemerkung vonThiebault vorfand, sprach Knust' 2 ) zum erstenmal diese Annahme aus,sie müssen über Paris nach Darmstadt gebracht worden sein. Nochim Jahre 1886 zog Ernst Dümmler in seinen „Mitteilungen aus Hand-schriften" 3 ) denselben Schlufs aus jenem Eintrag. Sogar der sonstso vorsichtige L. Traube 4 ) spricht gelegentlich von Weingartner Hand-schriften, die nach dem Pariser Frieden statt nach Fulda nach Darm-stadt gerieten, und scheint sich dabei an F. W. E. Roths auf un-sicherem Hoden gewonnene Auffassung anzuschließen, dafs die ganzeSache einfach auf einem Irrtum im Adressaten beruhen solle. 5 )
Erst der jetzige Direktor der Darmstädter Hofbibliothek AdolfSchmidt wies darauf hin, dafs jener Eintrag ja nicht beweise, dafsdie Handschriften in Paris gewesen seien, sondern nur, dafs Thiebaultsie dahin bestimmt hatte. Aber die Verwirklichung dieser Absichtwar vereitelt worden, wahrscheinlich weil Thiebault selbst bald daraufFulda hatte verlassen müssen, und so ist wohl anzunehmen, dafs dieStücke von Fulda direkt an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt,
1) Die Jahreszahl fehlt bei 2.
2) Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskimde ..., Bd 8,1843, S. 112.
;() Neues Archiv der Ges. f. ä. d. Geschichtskimde, Bd 11, 1SSG, S. 408.
4) Ebd., Bd 27, 1902, S. 739 Amn.
5) Romanische Studien, VI, 2(i, 1891.