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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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20 Allgemeiner Teil.

Schriftproben und Abbildungen, wurde die Weingartner Bibliothekvon dem emsigsten Büeherforscher seiner Zeit, llofrat Zapf, be-schrieben, l ) der mit P. Bommer befreundet war und in regem Brief-wechsel stand. Er war im September 1781 in die Abtei gekommenund hatte unter Führung von Bommer die Bibliothek einer gründlichenBesichtigung unterzogen. Freilich finden sich auch in seinen An-gaben da und dort Irrtümer, entsprechend dem Stand seiner Kennt-nisse, die wohl in unermüdlichem Lerneifer zusammengerafft waren,denen aber keine planmäfsige Schulbildung zugrunde gelegen hatte.Die Handschriften, die ihm eingehender Beschreibung würdig er-schienen und teilweise in Stücken veröffentlicht wurden, wiederumnatürlich vielfach die gleichen wie die schon genannten, sind folgende:in erster Linie G 12, als zweite G 37, dann die LiederhandschriftK 107, welche sonderbarerweise noch keinem früheren Besucher auf-gefallen war, weiterhin A 24, K 78, K 6, F 39, K 3, F 48, K 49*,II 76, Von den zwei nach Wien abgegebenen und nicht zurück-gekommenen Handschriften, die heute in Giel'sen liegen, erwähntZapf zwei Fragmente, die der über ihre Abgabe verärgerte Wein-gartner Bibliothekar, der Vorgänger von Bommer, herausgeschnittenhabe. An Papierhandschriften liebt er fernerhin hervor G 8, I 25,II 59 und G 16, die auch z. T. in grösseren Stücken abgedrucktwerden. Das aus Konstanz stammende glossarium Salomonis in zweiBänden, das auch Gerbert und Gerckcn erwähnt hatten, wird vonZapf' noch mit kritischen Bemerkungen besprochen und seine Ver-stümmelung erwähnt, während es auffälligerweise in dem zur Zeitvon Zapfs Besuch geschriebenen Katalog von Bommer schon fehlt.Dieser Besuch war der letzte von gröfserer Bedeutung. Drei Jahrespäter kam noch der St. Galler Bibliothekar Hauntinger, der aber inseinem Bericht 2 ) auf die früheren Beschreibungen verweist, und indessen Angaben nur die letztmalige Erwähnung von Salomos Glossarvon besonderer Bedeutung ist. Als letzter in der Reihe dieser Be-sucher erschien im Jahre 1789 der Theologo Clement Alois Baader,der sich durch seine bayerischen Gelehrtenlexica verdient gemachthat. Er spricht in seinem Reisebericht 3 ) über die Weingartner Biblio-thek nur in einer Anmerkung und geht dabei offenbar in der Haupt-sache von den Berichten seiner Vorgänger, besonders Zapfs und Ger-berts, aus.

Durch die teils mehr, teils weniger ausführlichen Schilderungenin diesen Reiseberichten war die Kunde von der Weingartner Biblio-

1) In allen Ausgaben seinerReisen" ist in einander ergänzenden Aus-führungen von Weingarten die Rede; die eingehenden Ilandscbriftenbeschrei-buugeu bringt die Erlanger Ausgabe von 178G: Reisen in einige KlösterSchwabens, durch den Schwarzwald und in die Schweiz, S.llff.

2) Süddeutsche Klöster vor 100 Jahren. Reisetagebuch des P. K Haun-tinger, 0. S. B. Herausgegeben von P. G.Meier. Köln 1889. S. 14.

3) Baader, Reisen durch verschiedene Gegenden Deutschlands in BriefenBd 1, Augsburg 1795, S. 10 ff.