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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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Zur Geschichte der Ilandschriftensammlung. 17

eigene Werke zu vermehren. So erwähnt Hefs') vom BibliothekarP- .)osej)h Haan, er habe sich durch Nachtrüge zum Nekrolog in F 6Verdienste erworben um einen catalogus monachorum Weingartensium;die Herausgeber des Necrologiums in den Monumenta Germaniaehisoriea sind allerdings über den Wert der Nachträge Haans andererMeinung.'-) In K 97 hat Haan die genealogischen Aufstellungen überSeine Familie, die sein Oheim begonnen, weitergeführt und wahr-scheinlich die Handschrift selbst der Klosterbibliothek verschafft, undendlich hat er in G 30 eine Beschreibung von Weingarten angefügt.An Bibliothekaren der Weingartner Bibliothek aus dem 17. und18. Jahrhundert wären nach Lindner weiterhin zu erwähnen: RaphaelBrock, Philipp von Bötting, Constantin von Weiden, Leopold Herderer,Gabriel Leuthin, Beda Staatmüller, Leo Gimmi, Hermann Manz, .loh.Nep. Sattler, Kobert Schindele, Martin Bürgin und Christoph Vogel.Auch von ihnen wird mancher durch eigene Werke hervorgetretensein, wie dies z.B. vom Letzterwähnten ausdrücklich berichtet wird:neben andern Werken werden von ihm besonders auch Kompositionenerwähnt. Ueberhaupt scheint die Musik in AVeingarten vornehmlichgepflegt worden zu sein; 5 ) aufser Vogel haben noch eine Beihe vonWeingartner Komponisten musikalische Werke handschriftlich hinter-lassen, so z. B. Matthias Breni, Johann Baptist Barmann, MeingozGalle,' 1 ) Michael Steyr, Georg Bernhard. Auch diese Werke scheinennicht in die Bibliothek aufgenommen worden zu sein und haben sichUnter den Handschriften nicht gefunden. Ebensowenig trägt eineBibliotheksignatur die Handschrift von Paulus Kenzel, noch das fürdie Weingartner Geschichte so wichtige Manuskript von Joseph Sicherer(Archivhandschr. 9 und 11).

Vom Klosterbibliothekar zum Abt rückte Placidus Benz auf (Abt17381748). Von seiner früheren Tätigkeit her bewahrte Benzauch als Abt für die Bibliothek eine besondere Vorliebe und warffür ihre Ausstattung reiche Mittel aus; doch überstiegen seine Aus-gaben, freilich nicht allein für diesen Zweck, die Kräfte der Abtei,und er stürzte das Kloster in bedenkliche Schulden.")

Der bedeutendste aller Weingartner Bibliothekare, ein Mann, dersich um seine Bibliothek fortdauernde, grofse Verdienste erworbenhat durch seine Arbeiten über die ihm anvertraute Sammlung, wichtigbesonders jetzt, da die Sammlung selbst überallhin zerstreut ist, warJohannes Albert Bomincr. Geboren 1737 zu Ludwigsburg aus an-gesehenem Hause, hatte Bommer 1759 sein Klostergelübde in Wein-garten abgelegt und war 1767 zum Priester geweiht worden. Nachdem

1) Hefs, Monumentorum Guelficorum pars historica, p. 133.

2) Monumenta Germaniae historica, Neerol. I, p. 222.

3) Vgl. auch Kornmüller, U., Musiker u. Componisten von Weingartenm Studien u. Mittheilungen aus dem Benediktiner-Orden, 1881, 2. Bd, 222224.

4) Eine Liederhandscbrift von ihm ist neulich herausgegeben worden vonBlümml in den Quellen und Forschungen zur Deutschen Volkskunde, Bd. 8, 1912.

5) Hefs, a. a. 0., S. 545.

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