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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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16 Allgemeiner Teil.

einer grofsen Anzahl von Handschriften; es gehörten dazu E 56; G 2,32, 39, 40, 43 und 49; I 28, 35, 56, 61; K 61, 62, 88, 91, 94, 95,98, 102, 104; Anhang 17, 9, 14, 17, 24, 35. Für die Württem-bergische Landesbibliothek, in die ja mit den Weingartner Beständendiese Ochsenbaeh-Handschriften fast alle wieder kamen, hat dieseSammlung noch besonders Interesse, weil sich in ihr zwei Hand-schriften wiederfanden, welche Eberhard im Bart gewidmet waren, ausseinem Besitze sich aber verloren hatten. J )

Das schriftstellerische Leben war in Weingarten selbst zu denZeiten des 30jährigen Krieges immer rege gewesen. Aus der Amts-zeit des Abtes Dietrich und seines Nachfolgers wird eine Reihe vonSchriftstellern genannt, die handschriftliche Werke hinterlassen haben.Ihre Arbeiten scheinen aber der Bibliothek nicht einverleibt wordenzu sein, wenn auch von manchen ausdrücklich aus späterer Zeit be-richtet wird, dals sie immer noch aufbewahrt und benützt seien.Jedenfalls sind sie in Bommers Katalog nicht enthalten, und auchunter den Weingartner Handschriften selbst waren sie nicht zu finden.An Kamen wären hier nach Lindners Profefsbuch aus dieser Zeit zunennen: Hieronymus Rainoldt, Matthaeus Volker, Michael Faber vonKosenbuch, Simon von Bodmann, Ambros von Plawen und PaulusBummel. 2 ) Ungleich bedeutender und fruchtbarer als sie alle warGabriel Bucclin (in Weingarten 1616 Ki81). Aufser einer grofsenAnzahl von gedruckten Werken aus den Gebieten der Genealogie undGeschichte, besonders seines Ordens, hinterliefs er 22 grofse Bändevon Manuskripten, die uns, jedenfalls auf dem Wege über Weingarten,erhalten geblieben sind. Aber auch sie tragen nicht die Signaturder Bibliothek, und ebensowenig führt Bommer in seinem Katalogden Namen Bucelinus auf. Unmittelbare Verdienste um die Wein-gartner Bibliothek erwarb sich Bucelin dadurch, dafs er, wie berichtetwird, 3 ) von einer Reise nach Wien kostbare Werke mitbrachte.

Von besonderen Schicksalen der Bibliothek wird von da an in denWeingartner Berichten nicht mehr erzählt; von so bedeutsamen Er-weiterungen durch Kauf oder Schenkung, wie sie die erste Hälfte des17. Jahrhunderts gebracht hatte, ist nicht mehr die Rede. Doch istvom 17. Jahrhundert ab jedenfalls eine geregelte Verwaltung fort-geführt worden; wir erfahren von da ab in fortlaufender Reihe dieNamen der Klosterbibliothekare. Und mancher von ihnen hatsicli nicht darauf beschränkt, die ihm anvertrauten Schätze zu hüten,sondern hat auch versucht, an ihnen weiter zu arbeiten oder sie durch

1) Vgl. Besondere Beilage des Staatsanzeigers für Württemberg, 1910,S. 120 ff.

2) Für weitere schriftstellerische Tätigkeit von Weingartner Mönchenzwischen 17501850, soweit sie in Druckwerken vorliegt, s. Lindners Zu-sammenstellung in den Studien und Mittheilungen aus dem Benediktinerorden,1881, Bd 2. 113 128 u. 1880, 84 01.

3) Lindner, a. a. O., S. 41.