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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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14 Allgemeiner Teil.

In vecturas, et bonorum propterea expensi triginta Septem floreni cumtribus baziis.

Atque adeo extraordinarie hoc anno in Bibliotbecam expensi sunttrecenti triginta Septem floreni cum tribus baziis. l )

Erforderte diese Erwerbung einen, freilich im Vergleich zu ihremWert recht bescheidenen Aufwand, so war es andererseits der Wein-gartner Bibliothek auch beschieden, selbst in diesen Zeiten des 30-jährigen Krieges eine Vergröfserung zu erfahren, ohne dafs das Klosterhätte etwas dafür auszugeben gehabt. In Ausführung des Kestitutions-edikts zog eine Weingartner Kolonie nach dem leer stehenden Bene-diktiner-Kloster Blaubeuren, übrigens nicht, ohne dafs über dieseFrage Schwierigkeiten mit den Jesuiten entstanden wären. Man nahmaufser kirchlichen Geräten u. dgl. auch Bücher aus Weingarten mit, 5 )und so schien diese Entwicklung zunächst einen Verlust für dieheimatliche Bibliothek zu bringen. Doch der Aufenthalt der Koloniein Blaubeuren sollte nur von kürzerer Dauer sein; der WestfälischeFriede zwang sie wieder zur Heimkehr. Und dabei nahmen dieWeingartner offenbar Teile der alten wertvollen Blaubeurer Bibliothekmit nach Hause, soweit sie eben von den .lesniten in Blaubeuren ge-lassen worden war. Viel war dies freilich nicht. Etwas über einDutzend Handschriften waren dabei, worunter wohl nur eine besonderswertvolle; es sind die folgenden: A 43, E 58 Anm., F 14, 57, 61,70, 88, 89, G 5, II 64, I 18, 39, 52, 57, Anh. I 46.3) Ueberweitere Teile der Blaubeurer Bibliothek besafs Weingarten noch einenim Jahre 1676 erneuerten Katalog, in dem sich aber auch Werkelinden, die in den späteren Weingartner Katalogen fehlen. Jedenfallsist aufser den Handschriften auch eine schöne Zahl von Druckendamals von Blaubeuren nach Weingarten gekommen. Es sei hier an-gefügt, dafs Weingarten uns auch von einem andern schwäbischenKloster, dessen Bibliothek fast spurlos verschunden ist, dem altenHirsau, einige wenige Bibliotheksreste 4 ) gerettet hat, nämlich B 115,I 33, wahrscheinlich A 47, I 23, vielleicht auch, dem Inhalt nach zuschliefsen, G 5 auf dem Wege über das Filialkloster Blaubeuren.

So durfte'die Abtei Weingarten gerade in diesen unseligen Zeiten,da ringsum deutsche Lande darniederlagen und für Kunst und Wissen-schaft kaum mehr etwas übrig war, das gröfste Wachstum ihrerBibliothek erleben; eine beträchtliche Vermehrung, die gleich zu er-wähnen sein wird, schliefst sich ja zeitlich gleichfalls fast unmittelbaran. Freilich zog auch an Weingarten der 30 jährige Krieg nichtunbemerkt vorüber. Er brachte auch dahin Not und Gefahr; mul'sten

1) Leider ist das für den Verkauf von zwei Konstanzer Kaplanen an-angelegte Verzeichnis verloren; doch lassen sich von den 321 angekauftenHandschriften in unserer Zusammenstellung eegen 250 wiederfinden.

2) Hefs, a. a. 0., S. 467. 6 6

3) Vgl. Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte. N. F. 20,1911, S. 145ff. b

4) Ein paar weitere Handschriften wurden durch Zwiefalten gerettet.