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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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Zur Geschichte der Handsctiriftensammlung. 11

Berichten erwähnten Handschriften die meisten erhalten, so war esnach diesem Verlust doch doppelt notwendig, dafs das Kloster seinerBibliothek besondere Aufmerksamkeit zuwandte und mit den vor-handenen Mitteln möglichst viel zu erreichen suchte; und es war einGlück für die Bibliotheh, dafs der gröfste Organisator, den Wein-garten besessen, Abt (ieorg Wegelin (15801627), ihr hervor-rageudes Interesse schenkte. Um Stetigkeit in die Erwerbungen zubringen und der Bibliothek eine planmäfsige und wohlüberlegte Ver-größerung zu sichern, bestimmte Wegelin seit 1601 für diese Zweckezusammen mit den Ausgaben für Ausbildung der Weingartner Studentenin Dillingen eine jährliche, gleichbleibende Summe, *) von der wir ausspäteren Aufzeichnungen (s. unten) wissen, dafs sie 1000 rl. betrug;für die Bibliothek scheint von dieser Summe etwa 1 i, i verwendetworden zu sein. Der Bibliothekar P. Johannes Hiebet 1 hatte jährlicheinen bestimmten Vorsehlag für Neuerwerbungen zu machen, und nachdiesem Plan wurden dann im Rahmen der zur Verfügung stehendenMittel auf den Büchermärkten von Leipzig, Frankfurt, Salzburg undandern Orten die Anschaffungen vorgenommen.-) Uebrigens war dieFestlegung der jährlichen Ausgaben für die Bibliothek offenbar nichtso gemeint, dafs nicht in besonderen Fällen gestattet sein sollte,darüber hinauszugehen. Als nach dem Tode des kaiserlichen Bates,Johannes Pistorius, Ritters von und zu Reichenweiler, dessen schöneBibliothek erworben werden konnte, legte Wegelin dafür allein 5000 11.an und gewann dadurch diese besonders auch an seltenen Hand-schriften reiche Bibliothek für sein Kloster. 3) Merkmale der früherenZugehörigkeit zu dieser Pistoriusbibliothek haben sich in den Hand-schriften nicht gefunden und so wird sich nicht mehr feststellenlassen, Molche Stücke aus ihr stammen.

Auch am schrifstellerischen Leben des Klosters selbst beteiligtesieh Wegelin durch die auf ihn zurückgehenden Abtsbücher (Archiv-handschrift 3), die allerdings nicht in die Weingartner Bibliothek,sondern ins dortige Archiv eingereiht wurden. Dagegen wird wohlaus der Bibliothek K (tu von ihm selbst stammen, aus seiner DillingerStudienzeit. Hat so dieser Abt sich jedenfalls hervorragende Ver-dienste um die Sammlung erworben, so hat seine Vorliebe für dieJesuiten allerdings dem Kloster auch wieder manches entzogen; z.B.hat er dem neuen Jesuiten-Kollegium in Konstanz aufser einem be-trächtlichen Beitrag zu den Baukosten auch eine grofse Anzahl vonBüchern gestiftet, was offenbar später, als freilich die Haltung Wein-gartens den Jesuiten gegenüber eine ganz andere war, nicht ungeteiltenBeifall fand.') In Wegelins Zeit fällt auch die Schenkung des wert-vollsten Stückes, das Weingarten besafs, der Liederhandschrift (K 107).

1) Hefs, a.a.O., S. 363f.

2) Hefs. a. a. O., S. 364.

3) Hefs, a. a. O., 8. 364 u. 420.

4) Hefs, a. a. 0., S. 367.