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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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10 Allgemeiner Teil.

Auf Blarers Nachfolger, Eberhard Fridang (14371455), werdendie zwei Handschriften summa Thomac E 1 und das catholicon vonlanuensis (s. 11 1 Anm.) zurückgeführt. 1 )

Unter dem folgenden Abt, .lodocus Bentelin (14551477) wurdeF 20 von Jodocus Dietenhainer, praepositus in Höfen, und von einem.lodocus de Lindow, möglicherweise dem Gleichen wie der Eben-genannte, ein Psalterium cum hymnis de tempore et sanetis ge-schrieben, 2 ) das sich nicht mehr feststellen läfst.

Im letzten Jahre dieses Abtes wurde das Kloster wieder durcheinen grofsen Brand heimgesucht, in dem möglicherweise auch wiederTeile der Bibliothek zugrunde gingen, wenngleich in den Berichtennichts davon gesagt ist,

Aus der Zeit des 26. Abtes, Caspar Schiegs (14771491), wirddie Handschrift F 1 erwähnt. 3 ) Der von diesem Abte eingeführtenSt. Sebastiansbruderschaft resp. dem Kloster selbst schenkt unterseinem Nachfolger, Hartmann (14911520), ein P. Georg Vetter dieHandschriften F 36 und 46. 4 )

Neben dem Schreiben von neuen Handschriften erstreckte sichdie Tätigkeit in der Bibliothek natürlich auch andauernd auf nach-trägliche Aufzeichnungen, meist chronikalischer Art, in die altenHandschriften, wie dies z. B. F 4 beweist mit Einträgen aus-der Zeitvon Abt Hartmann.

Der in der Reformationszeit viel genannte Abt Gcrwik Blarer(15201567) ist durch seine ausgedehnte politische Tätigkeit so inAnspruch genommen, dafs er dem Geistosleben seines Klosters imengeren weniger Aufmerksamkeit schenken kann; jedenfalls wird nichtsvon ihm im Zusammenhang mit der Bibliothek erwähnt. Immerhinbeweist uns ein Eintrag wenigstens in Einer Handschrift, K 18, dafssie Eigentum des Abtes war. Eine Reihe von Büchern wurde indieser Zeit von P. Georg Bez dem Kloster vermacht.')

Her schwerste Schlag, der die Weingartner Sammlung traf, warder grofse Brand im Jahre 1578, der die neugebaute l'rälatur ver-nichtete. Durch einen unglücklichen Zufall war kurz vorher dieBibliothek, deren grofser Reichtum an alten Handschriften in denBerichten über den Brand ausdrücklich hervorgehoben wird, aus ihremfrüheren Raum in die Prälatur gebracht worden, so dafs bei demBrand der gröfste Teil der alten Schätze verloren ging; nur wenigessoll dadurch gerettet worden sein, dafs die Gewalt der Flammen selbstes weit hinaus aus dem brennenden Gebäude schleuderte. 6 )

Wenn auch wohl etwas mehr gerettet wurde als nach diesem Be-richt anzunehmen wäre sind doch von den älteren in Weingartner

1) nefs, a.a.O., S. 174.

2) Hefs, a. a. 0., S. 183.

3) Hefe, a. a. 0., S, 202.

4) Hefe, a. a. 0., S. 219.

5) Lindner, a. a. ()., 8. 26.

(i) Bucelinus, Constantia Rhenana, Francofurti 1607, p. 359.