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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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6 Allgemeiner Teil.

selbst nichts weiter von solchen Schenkungen, und in den WeingartnerBerichten ist sonst nichts davon gesagt. Manche von diesen altenHandschriften werden wohl auch aus benachbarten älteren Klösternstammen, wie z. B. A 17 aus St. Gallen, worauf ein Eintrag über einenSt. Galler Abt hinweisen dürfte.

Bei den andern Stücken, die ihrem Alter nach wohl im Klostergeschrieben sein könnten, ist ein solcher Ursprung, ohne Anhalts-punkte aus den Handschriften, meist schwer nachzuweisen, denn dieMitteilungen über die Bibliothek sind in der Weingartner Geschichteziemlich spärlich. Die erste Erwähnung führt in die Zeit des fünftenAbtes, Kunos von Waldburg (Abt 11091132), von dem berichtetwird, 3 ) dafs er eigenhändig den Johanneskommentar von Augustinusniedergeschrieben habe; Hess fügt nachträglich hinzu, 2 ) dafs dieHandschrift zu seiner Zeit noch in der Klosterbibliothek aufbewahrtwurde. Ks ist wohl B 28. Unter den Männern des Klosters, diesich zur Zeit des Abtes Kuno auszeichneten, wird auch ein Uodalricuscustos erwähnt als Schreiber von liturgischen Büchern. 3 ) WelcheHandschriften auf ihn zurückgehen, wird sieh schwerlich mehr fest-stellen lassen.

Etwa ein halbes Jahrhundert später entstand, die Geschichtsurknnde,mit welcher AVeingarten einen Teil seiner Dankesschuld dem Welfen-geschlecht zurückbezahlte. Es war schon zur Zeit des Niedergangsdieses Hauses, ums Jahr 1170, als im Kloster das für die Weifen-geschichte hochbedeutsame chronicon de Guelfis mit seiner Fortsetzungdurch die Annales Weingartenses Guelfici verfafst wurde. Die ersteNiederschrift ist verloren gegangen; doch ist eine Abschrift in dernicht viel später geschriebenen Handschrift G 12, die auch für dieKlostergeschichte selbst wichtige Teile enthält, erhalten geblieben.Als Verfasser sieht Hei's 1 ) den späteren elften Abt, Wernher, (11811188) an, und die seitherige Geschichtsforschung läfst auch heutenoch die Annahme von Hess als möglich zu. Eine Andeutung in denWeingartner Aufzeichnungen findet Hefs in der Erwähnung desWernherus prepositus unter den Männern des Klosters, die sich unterdem neunten Abt, Dietmar (11601168), auszeichneten; dieser Wernher,dessen umfassende Kenntnisse gerühmt werden, habe das Kloster-archiv zu verwalten gehabt. Die Anhänglichkeit an die Weifen lebtenatürlich in Weingarten dauernd fort; wurde doch noch nach Jahr-hunderten das chronicon de Guelfis dort wieder abgeschrieben undins Deutsche übertragen. Auch ein benachbartes, den Weifen ver-wandtes Adelsgeschlecht, die Grafen von Buchhorn, fanden ihr An-denken bewahrt durch Aurzeichnungen, etwa gleichaltrig mit dem

1) Hefs, a. a. 0., S. 35.

2) Hefs, a. a. 0., S. 49.

3) Hefs, a. a. 0., S. 35.

4) Hefs, Monumentornm Guelficorum pars historica, praefatio; und zu-gleich Prodouius . . . p. 58.