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Die Handschriften des Klosters Weingarten
Entstehung
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Zur Geschichte der Handschriftensammlung. 7

clironicon, einer Handschrift, die auch durch Weingarten auf uns ge-kommen ist, im necrologium llofense von F 17*. Höfen selbst (heuteSchloJ's Friedrichshafen) war vom 15. Jahrhundert ab eine Propsteivon Weingarten, nachdem es schon vorher in Beziehungen zur Abteigestanden hatte.

Ueberhaupt scheint um diese Zeit, in den letzten Jahrzehnten des12. Jahrhunderts, in welchem viele Bibelkommentare neben homi-letischen und liturgischen Handschriften im Kloster geschrieben wurden,ein besonders reges Leben in der Schreibschule r ) geherrscht zu haben,und um die "Wende des Jahrhunderts hat die Weingarteer Schreib-und Malschule schon ihren Höhepunkt erreicht. Schon für AbtWernhers Zeit enthielten ja die Weingartner Aufzeichnungen selbstmanche" Andeutung, und für seinen Nachfolger Meingoz, den zwölftenAbt (11881200), liegen nun ganz bestimmte Berichte vor. Daspielt als Schreiber von Handschriften besonders ein Counradns eineRolle. Von ihm seien mit Unterstützung des Abtes Meingoz nieder-geschrieben worden duae partes Joscphi, vita maior saneti Gregorii,registrum eiusdem et pastoralis cura. Hefs gibt ausdrücklich an, dafsdiese Handschriften zu seiner Zeit sich noch in der Klosterbibliothekbefunden hätten; 2 ) er nimmt an, 3 ) dafs die Josephushandschrift vonConrad schon unter Wernher begonnen und unter und von Meingozzu Ende geführt wurde, sowie dafs die Schriften Gregors, ebenfallsvon Conrad begonnen und zum gröfsten Teil geschrieben, gleichfallsvon Meingoz abgeschlossen worden seien. Für seine erstere Annahmeberuft er sich auf die bildliche Darstellung am Anfang des Josephus,worauf ein Wernherus zu sehen ist. Gemeint sind die beiden Hand-schriften D i und G i, die somit die ersten urkundlich festgelegtenErzeugnisse der Weingartner Buchmalerei enthalten. Ein anderes,schon viel kunstvolleres Werk der Schule des Klosters (Schatzhand-schrift 5) verewigt in seinem Schöpfer llainricus Sacrista einen erstenWeingartner Künstlernamen, dessen Persönlichkeit sich aber nichtganz sicher feststellen läfst.

Ihre Blütezeit erlebte diese Schule unter dem folgenden Abte,Berthold (12001232), der auch auf andern Gebieten der Kunstseinem Kloster wertvolle Werke verschaffte (vgl. das von Hefa, S. 73,erwähnte silberne Brustbild des Martinus). Seiner Veranlassung ver-dankt eine ganze Reihe von Handschriften, deren Liste in WeingartnerManuskripten erhalten ist, 4 ) ihre Entstehung. In der folgenden nachHess wiedergegebenen Liste sind, soweit sie festgestellt werden konnten,die späteren Signaturen beigefügt:

1) Es sei noch ausdrücklich darauf hingewiesen, dafs in diesem Ueber-blick natürlich nicht alle im Kloster geschriebenen Handschriften aufgeführtsein sollen sondern nur die für Weingartner Ursprung urkundlich bezeugten.

2) Hefs, a. a. 0., S. 36.

3) Hefs, a.a.O., S. 58 f.

4) Hefs a. a. 0., S. 04f., auch abgedruckt im Wirtenberg. Urkundenbuch,3, S. 488f. 'Hie Quelle ist die Handschrift Anh. I,, 1.