;}74 VII. Psychische Schwäehezustände.
agitirten und den apathischen Blödsinn. Der agitirteBlödsinn oder die „allgemeine Verwirrtheit“ ist cliarakte-risirt durch das Bestehen einer gewissen oberfläch-lichen Erregung neben vollständiger Zusammen-hangslosigkeit des Vorstellungsverlaufes. JedeSpur einer inneren Einheit ist verloren gegangen; in meistsehr stereotypem Wechsel folgen sinnlose Reihen von krank-haften und gesunden, aber gänzlich unzusammenhängendenVorstellungen einander, begleitet von den äussei’lichenZeichen einer meist exaltirten Stimmung, Geschwätzigkeit,blödem Lachen, läppischem Herumspringen, Gesichterschnei-den u. s. f. Von jener Form der Verwirrtheit, die wirfrüher als höchste Steigerung der Ideenflucht kennen ge-lernt haben, unterscheidet sich dieser Zustand sehr wesent-lich durch die Langsamkeit und Einförmigkeit des Vor-stellungsverlaufes, den Mangel tieferer Affekte und dieUnveränderlichkeit des Krankheitsbildes. Die gesunde psy-chische Persönlichkeit ist hier nicht blos vorübergehend inden Hintergrund gedrängt, sondern sie ist dauernd undvollständig vernichtet.
Die ausgeprägten Formen des agitirten Blödsinns sindvorzugsweise Endstadien ungeheilter Manien. Trotzdemhier die Aufregung sich verliert, hat der psychische Mecha-nismus dennoch so tiefgreifende Störungen erlitten, dass diegesunden Vorstellungsmassen nicht mehr im Stande sind,die Herrschaft über den Bewusstseinsinhalt wiedcrzuge-winnen. Es giebt indessen auch in grosser Zahl Zuständevon allgemeiner Verwirrtheit, die sich aus einer sekundärenVerrücktheit herausentwickeln. Allerdings fehlen hier inder Hegel die Symptome der Exaltation, doch rechtfertigtdie gänzliche Zusammenhangslosigkeit des Vorstellens diegenannte Bezeichnung. Der Kranke versteht die einfachstenFragen nicht, giebt ganz sinnlose Antworten, weiss viel-leicht nicht einmal seinen Namen, schwatzt gelegentlichverwirrt vor sich hin und ist zu keiner Beschäftigung mehrzu gebrauchen, weil er gar nicht begreift, was er soll,Alles verkehrt macht, oder Alles stehen und liegen lässt.Die gewöhnlichsten täglichen Verrichtungen, An- und Aus-ziehen, Essen und Trinken u. s. f., werden dabei in der